Mehr Notfahrzeuge auf dem Weg für leichtere Notfälle - Bayern setzt neue REF-Teams für weniger schwere Notfälle ein
Bayern führt sechs neue Notfall-Einsatzfahrzeuge für weniger schwere medizinische Fälle ein
Die speziellen Fahrzeuge, bekannt als REF-Teams (Notfall-Erstversorgungseinheiten), sollen Patienten helfen, die dringend behandelt werden müssen, aber keinen Krankenhaustransport benötigen. Mit dieser Maßnahme will das Land die Belastung der herkömmlichen Rettungswagen verringern, da die Zahl der Notrufe in der Region kontinuierlich steigt.
Die REF-Einheiten werden in Ansbach, Dachau, Rosenheim und Würzburg im Einsatz sein. Jedes Fahrzeug wird von einem einzelnen Rettungssanitäter besetzt und mit Ausrüstung wie einer Hebehilfe für gestürzte Patienten ausgestattet. Die Teams kommen zum Einsatz, wenn Betroffene nicht auf ihren Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst warten können.
Ein Pilotprojekt in Regensburg zeigte vielversprechende Ergebnisse: Nur 29 Prozent der REF-Einsätze erforderten die Nachalarmierung eines klassischen Rettungswagens. Dies deutet darauf hin, dass viele Vorfälle ohne vollständigen Krankenhaustransport gelöst werden können. Zwischen 2015 und 2025 stiegen die Notfalleinsätze in Bayern um 28 Prozent, während die Krankenhausaufnahmen nach Rettungswageneinsätzen von 73 auf 68 Prozent sanken. Dieser Wandel unterstreicht den wachsenden Bedarf an Zwischenlösungen in der Notfallversorgung.
Typische Einsatzszenarien für die REF-Teams sind etwa die Versorgung älterer Menschen nach Stürzen, die Stabilisierung des Blutzuckerspiegels oder die Hilfe bei Patienten mit starker Hyperventilation. Die Einheiten schließen damit eine Lücke zwischen Bagatellfällen und lebensbedrohlichen Notfällen.
Die neuen REF-Teams sollen herkömmliche Rettungswagen für schwerwiegende Fälle entlasten. Durch die Übernahme weniger dringlicher Einsätze sollen sie die Reaktionszeiten verbessern und unnötige Krankenhausfahrten reduzieren. Die Initiative baut auf erfolgreichen Testphasen auf und reagiert auf die steigende Nachfrage nach Notfallversorgung in Bayern.