Bayern und Hessen treiben mit OZG 2.0 die digitale Verwaltung voran
Finn HerrmannBayern und Hessen treiben mit OZG 2.0 die digitale Verwaltung voran
Deutschland treibt die Pläne zur effizienteren Digitalisierung seiner öffentlichen Dienstleistungen weiter voran. Die jüngste Phase, bekannt als OZG 2.0, zielt darauf ab, technische Verbesserungen für die Bürger sichtbar zu machen und gleichzeitig durchgängig digitale Prozesse von Anfang bis Ende zu gewährleisten. Bundesländer wie Bayern und Hessen gehen dabei mit einer gemeinsamen Strategie voran, um Doppelarbeit zu vermeiden und die Reformen zu beschleunigen.
Das erste Onlinezugangsgesetz (OZG) brachte zwar rund 1.500 Dienstleistungen ins Internet, doch viele davon wurden in separaten, inkompatiblen Systemen umgesetzt. Nun liegt der Fokus auf Standardisierung und Zusammenarbeit nach dem "Einer für alle"-Prinzip (EfA). Dieser Ansatz fördert die gemeinsame Entwicklung und Nutzung digitaler Lösungen durch die Bundesländer – statt isolierter Einzelprojekte.
Hessen und Bayern arbeiten im Rahmen einer Initiative bis 2026 eng mit der Bundesregierung zusammen. Bis Ende des Jahres sollen fünf zentrale Dienstleistungen bundesweit eingeführt werden, darunter die Online-Wiederanmeldung, Führerscheinanträge und Baugenehmigungen. Hessen übernimmt zudem die Digitalisierung von Aufenthaltserlaubnissen, Vorschüssen für Unterhaltszahlungen und Genehmigungen für Emissionskontrollen. Bundesweite Unterstützungsteams helfen den Kommunalbehörden bei der Umsetzung und schaffen so eine Blaupause für andere Regionen.
Neben Effizienzgewinnen rückt die digitale Souveränität immer stärker in den Mittelpunkt. Die Verantwortlichen betonen, die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen zu verringern und die Kontrolle über die europäische digitale Infrastruktur zu behalten. Widerstand gegen Veränderungen bleibt jedoch eine Hürde – besonders im öffentlichen Sektor, wo traditionelle Arbeitsabläufe oft noch vorherrschen. Dennoch gibt es Fortschritte: Bayerns Digitalminister Fabian Mehring hat beispielsweise die Zahl der Faxgeräte im Land bereits halbiert.
Mit OZG 2.0 wird dieser Kurs konsequent weiterverfolgt, um eine echte durchgängige Digitalisierung zu erreichen. Das Ziel: papierbasierte Schritte und zersplitterte Systeme abschaffen, um sowohl für Bürger als auch Verwaltung alles reibungsloser zu gestalten.
Die neue Digitalisierungsphase setzt auf praktische Ergebnisse: weniger Faxgeräte, gemeinsame Dienstleistungen und eine geringere Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern. Mit den Pilotprojekten in Hessen und Bayern könnte das EfA-Modell bald in ganz Deutschland Schule machen. Gelingen die Reformen, vereinfachen sie nicht nur den Austausch zwischen Bürgern und Staat, sondern sichern auch die Hoheit über die Daten in europäischer Hand.






