Bayern wird zum Vorreiter bei Energiespeichern und schwimmender Solarenergie
Finn HerrmannBayern wird zum Vorreiter bei Energiespeichern und schwimmender Solarenergie
Bayern treibt den Ausbau von Energiespeichern und Solarstrom entschlossen voran. Bei jüngsten Treffen, darunter der "Bayerische Netzgipfel", wurden neue Ziele für schnellere Netzanschlüsse und großflächige Speicherprojekte gesetzt. Unternehmen wie Fenecon und Sinnott Power haben bereits konkrete Schritte eingeleitet – mit neuen Produktionsstätten und innovativen Solaranlagen, die bereits in Betrieb sind.
Beim "Bayerischen Netzgipfel" im September forderte Ministerpräsident Markus Söder einen zügigeren Ausbau der Speicherkapazitäten sowie angepasste Regeln für Netzanschlüsse. Seine Initiative steht im Einklang mit Bayerns ehrgeizigem Ziel, Vorreiter bei der Energiespeicherung zu werden. Bayernwerk-Chef Leo Westphal erklärte, die Region wolle zum "Speicherland" werden. Aktuell sind im Netzgebiet von Bayernwerk rund 1.000 Megawatt großtechnische Speicherkapazität registriert.
Die neue Ausrichtung des Freistaats stößt bei Fenecon auf Zustimmung. Das Unternehmen betreibt in Iggensbach eine Produktionsstätte für Speichersysteme, die im "CarBatteryReFactory"-Projekt neue und ausgediente E-Auto-Batterien zu Großspeichern umfunktioniert. Die bayerische Schwerpunktlegung auf Speicherlösungen an Photovoltaikanlagen und Industriestandorten passt perfekt zur bestehenden Strategie von Fenecon.
Unterdessen bewältigt Bayernwerk Netz eine Flut von Anschlussanfragen für Batteriespeicher. Wie Unternehmensvertreter Nick Seeger betont, sei ein unbegrenzter Netzzugang für alle Speichersysteme weder praktikabel noch kosteneffizient. Um die Nachfrage zu steuern, plant Bayernwerk ab Oktober Anschlussangebote für 800 Megawatt großtechnische Speicherkapazität zu vergeben.
Ein weiteres Novum präsentiert Sinnott Power: Das Unternehmen hat das weltweit erste schwimmende Solarkraftwerk mit vertikalen Modulen in Betrieb genommen. Die 1,87-Megawatt-Anlage auf einem Kieswerk in Gilching soll jährlich 1.800 Megawattstunden Strom erzeugen – genug, um etwa 500 Haushalte zu versorgen. Das Projekt demonstriert einen innovativen Ansatz für Solarenergie.
Bayerns Energiewende gewinnt an Fahrt: Neue politische Weichenstellungen fördern Speicher- und Solarlösungen, während Unternehmen ihre Produktion ausbauen und Netzbetreiber sich auf eine Welle von Anschlussgesuchen vorbereiten. Mit dem Fokus auf Großspeicher und schwimmende Photovoltaik unterstreicht die Region ihren Anspruch, bei erneuerbaren Energien eine führende Rolle einzunehmen.






