23 February 2026, 12:04

Bayerns Schafzucht schwindet – trotz Spitzenposition in Deutschland

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung eines Bauernhofs in einem Feld, umgeben von Häusern, Bäumen und einem Himmel, mit der Aufschrift "Surgensburg, Deutschland - Landschaft eines Bauernhofs".

In Bayern gibt es so viele Schafe wie nirgendwo sonst in Deutschland - Bayerns Schafzucht schwindet – trotz Spitzenposition in Deutschland

Bayern bleibt Deutschlands führende Region in der Schafzucht – mit über 260.000 Tieren im Jahr 2025. Doch die neuesten Zahlen zeigen einen stetigen Rückgang sowohl bei den Schafbeständen als auch bei der Zahl der Betriebe. Allein innerhalb eines Jahres ist die Schafpopulation im Freistaat um 4,5 Prozent geschrumpft.

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Noch vor einem Jahrzehnt sah die Branche in Bayern robuster aus. 2015 gab es hier vier Prozent mehr Schafe als heute. Damals existierten auch sechs Prozent mehr Betriebe – rund 2.270 im Vergleich zu 2.120 im Jahr 2025. Die durchschnittliche Herdengröße liegt mittlerweile bei 123 Tieren pro Betrieb, ein leichter Anstieg gegenüber den Vorjahren.

Andere Bundesländer haben sich anders entwickelt. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind die Herden seit 2015 deutlich gewachsen. Damals zählten sie im Schnitt 50 bis 70 Schafe, doch bis 2023 umfassten viele bereits 80 bis 100 Tiere. EU-Subventionen und die Ausrichtung auf großflächige Bewirtschaftung trieben diesen Wandel voran. Bayern hingegen verfügt nach wie vor über viele kleine Bestände mit nur 20 bis 40 Schafen.

Der Unterschied erklärt sich aus den landwirtschaftlichen Strukturen im Süden. Strengere Umweltauflagen, Nebenerwerbslandwirte und eine geringere Spezialisierung halten die Herden kleiner. Während norddeutsche Bundesländer auf industrielle Produktion setzen, bleibt Bayerns Ansatz vielfältiger.

Der Rückgang bei Betrieben und Tierbeständen spiegelt die Veränderungen im bayerischen Agrarsektor wider. Mit 30 weniger Höfen als im Vorjahr deutet der Trend auf weniger, aber im Schnitt etwas größere Herden hin. Noch führt der Freistaat bundesweit in der Schafhaltung – doch der Vorsprung wird kleiner.