19 March 2026, 16:06

Bayerns umstrittene Jagdreform: Wölfe und Goldschakale jetzt freigegeben – mit dramatischen Folgen

Liniengraphik zur Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland von 2000 bis 2021 mit begleitendem erklärendem Text.

Landtag gibt grünes Licht für erleichtertes Wolfsjagen in Bayern - Bayerns umstrittene Jagdreform: Wölfe und Goldschakale jetzt freigegeben – mit dramatischen Folgen

Bayern hat sein Jagdrecht grundlegend reformiert und Wölfe sowie Goldschakale zu jagdbaren Wildtieren erklärt. Die nach monatelangen politischen Auseinandersetzungen beschlossene Novelle gibt Jägern und Grundbesitzern mehr Spielraum bei der Bejagung. Kritiker warnen jedoch, dass die Änderungen Ökosysteme schädigen und die ohnehin geschrumpften Wolfsbestände weiter dezimieren könnten.

Das neue Gesetz wurde im September nach hitzigen Debatten innerhalb der Landesregierung verabschiedet. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Agrarministerin Michaela Kaniber lagen dabei wiederholt im Clinch über die genauen Regelungen. Schließlich einigte man sich auf einen Kompromiss, der die Zustimmung von CSU, Freien Wählern und AfD sicherte, während die Grünen dagegen stimmten und die SPD sich enthielt.

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Die Reform erleichtert die Entnahme von Wölfen zum Schutz von Nutztieren – trotz ihres strengen Artenschutzstatus. Aiwanger betonte, die Regelungen würden eine "geordnete Bewirtschaftung" ermöglichen: Dort, wo Wölfe Schäden anrichteten, seien gezielte Abschüsse zulässig, während andere Populationen verschont blieben. Zudem dürfen Behörden eingreifen, wenn Wildbestände wie Rehe übermäßig bejagt oder zu wenig dezimiert werden; Mindestabschussquoten bleiben jedoch bestehen.

Die Jagdzeiten wurden angepasst: Rehwild darf nun bereits ab Mitte April erlegt werden, da die Vegetation durch den früheren Frühlingsbeginn schneller wächst. Kranke Tiere können künftig im Namen des Artenschutzes getötet werden. Lokale Jäger und Grundbesitzer erhalten zudem mehr Mitspracherecht bei den offiziellen Abschussplänen.

Seit Wölfe und Goldschakale 2023 zu jagdbarem Wild erklärt wurden, sind ihre Bestände dramatisch eingebrochen. Die Wolfspopulation in Bayern schrumpfte von etwa 80 Tieren in 15 Rudeln und 7 Paaren im Jahr 2023 auf nur noch 4 Rudel und 2 Paare bis 2025. Umweltschützer warnen, dass die gelockerten Regeln Überschwemmungen begünstigen, Lawinen auslösen und durch Überweidung die Wasserqualität verschlechtern könnten.

Die Reform verlagert Entscheidungsbefugnisse auf lokale Jäger und Grundbesitzer, behält aber eine staatliche Aufsicht bei. Die Wolfsbestände sind bereits stark zurückgegangen, und Naturschützer fürchten weitere ökologische Folgen. Das Gesetz bildet nun den Rahmen für das Jagdmanagement in Bayern auf absehbare Zeit.

Quelle