Kulturzentrum macht jüdisches Leben sichtbar - Bayreuths Alte Münze wird zum lebendigen Zentrum jüdischen Erbes
Historisches Gebäude in Bayreuth als neues jüdisches Kulturzentrum wiedereröffnet
Nach umfangreicher Sanierung hat in Bayreuth ein denkmalgeschütztes Gebäude als neues jüdisches Kulturzentrum seine Pforten geöffnet. Bei der feierlichen Eröffnung betonte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) das unerschütterliche Bekenntnis des Freistaats zum Kampf gegen Antisemitismus. Die Alte Münze, ein Ort mit tiefen Wurzeln in der jüdischen Geschichte der Stadt, ist nun ein moderner kultureller Mittelpunkt im Herzen Bayreuths.
Das Gebäude der Alten Münze geht auf das Jahr 1760 zurück, als die jüdische Gemeinde es erstmals erwarb. Direkt neben dem Markgräflichen Opernhaus gelegen, überstand die benachbarte Synagoge die NS-Zeit – möglicherweise wegen ihrer exponierten Lage. Jahrzehnte später nutzte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) das Haus für Ausstellungen wie Moment mal – Denkmal! und plant dort für November 2025 eine Photovoltaik-Anlage.
Die Sanierungsarbeiten an der Alten Münze dauerten mehrere Jahre und kosteten rund 10 Millionen Euro. Das Projekt verwandelte das historische Gebäude in ein zeitgemäßes Kulturzentrum, das nun fest im Stadtbild von Bayreuth verankert ist. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hob hervor, dass die zentrale Lage ein starkes Signal sende: Jüdisches Leben in der Stadt sei sichtbar und von Dauer.
Bei der Eröffnung verurteilte Söder Antisemitismus in allen Formen und nannte rechtsextreme Gruppen, islamistische Kreise und linksintellektuelle Milieus als Quellen des Hasses. Er versprach, Bayern werde solche Feindseligkeiten nicht dulden, und betonte die Bedeutung eines lebendigen und sicheren jüdischen Lebens. Im Fokus stand auch die Bayreuther Synagoge, die älteste noch genutzte Deutschlands, die in früheren Jahren bereits renoviert worden war.
Die Alte Münze ist heute sowohl ein kulturelles Wahrzeichen als auch ein Symbol der Widerstandsfähigkeit. Mit seinen restaurierten Räumen und der zentralen Lage wird das Zentrum künftig Gemeinschaftsveranstaltungen und Ausstellungen beherbergen. Vertreter aus Politik und jüdischer Gemeinschaft unterstrichen seine Rolle als Brücke zwischen Bewahrung des Erbes und einer offenen, inklusiven Zukunft.






