Berlin bewirbt sich für Olympia 2036 – doch die Kosten bleiben umstritten
Philipp KochBerlin bewirbt sich für Olympia 2036 – doch die Kosten bleiben umstritten
Berlin hat offiziell seine Bewerbung um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 eingereicht. Der Senat der Stadt legte ein detailliertes Finanzierungskonzept vor. Kritiker melden jedoch bereits Zweifel an den wirtschaftlichen Annahmen des Vorhabens an.
Das Bewerbungskonzept des Senats unterteilt die Kosten in drei Kategorien: Betrieb, Investitionen und öffentliche Dienstleistungen. Die direkten Betriebskosten werden auf 4,82 Milliarden Euro geschätzt, die durch Ticketverkäufe, Sponsoring und Marketingeinnahmen gedeckt werden sollen.
Weitere 1,59 Milliarden Euro sind für Infrastrukturmaßnahmen vorgesehen. Davon sollen 500 Millionen Euro in den Ausbau des Verkehrs fließen, während 227 Millionen Euro für Wettkampfstätten eingeplant sind. Kosten für öffentliche Dienstleistungen wie Sicherheit oder Verwaltung sind in der Planung jedoch noch nicht enthalten – diese sollen erst in späteren Phasen festgelegt werden.
Markus Schütte, Professor an der Universität Mainz, hinterfragt die finanziellen Prognosen der Bewerbung. Er argumentiert, dass Veranstalter oft zu optimistische Schätzungen anstellen, um die Spiele wirtschaftlich tragfähig erscheinen zu lassen. Seine Kritik folgt auf die Erfahrungen mit den Spielen 2024 in Paris, wo allein die Sicherheitskosten laut dem französischen Rechnungshof 1,4 Milliarden Euro betrugen.
Die Bewerbung geht nun in die nächste Runde, doch bleiben Unsicherheiten über die langfristigen Kosten bestehen. Der Senat hat zentrale Ausgaben für öffentliche Dienstleistungen vorerst offen gelassen. Bei Erfolg wäre Berlin nach 1936 erstmals wieder Gastgeber der Spiele.






