Berliner Ausbildungsabgabe: Zwang zu mehr Lehrstellen oder unnötige Belastung für Startups?
Elias FrankeBerliner Ausbildungsabgabe: Zwang zu mehr Lehrstellen oder unnötige Belastung für Startups?
Berlin führt Ausbildungsabgabe ein, um Unternehmen zu mehr Lehrstellen zu verpflichten
Berlin hat eine neue Ausbildungsabgabe eingeführt, um Unternehmen dazu zu bringen, mehr Ausbildungsplätze anzubieten. Die vom Abgeordnetenhaus beschlossene Regelung bestraft Betriebe, die ihre Ausbildungsquoten nicht erfüllen. Kritiker werfen der Politik vor, sie belaste Unternehmen – insbesondere Startups – ungerecht, die auf andere Personalmodelle setzen.
Ab 2028 müssen Firmen mit mindestens zehn Beschäftigten sicherstellen, dass Auszubildende 4,6 Prozent ihrer Belegschaft ausmachen. Wer dies nicht schafft, zahlt in einen Fonds ein, der voraussichtlich jährlich rund 75 Millionen Euro einbringen soll. Die Maßnahme soll die berufliche Ausbildung stärken, stößt aber bei Wirtschaftsvertretern auf Widerstand.
Ralph Hage, Gründer von Lap Coffee, nannte die Abgabe ein "falsches Signal" an Arbeitgeber. Sein Unternehmen setze auf Automatisierung und modernes Lernen statt auf klassische Lehrstellen. Moritz Kreppel von Urban Sports Club argumentierte, Startups würden für Stellen bestraft, die sich nicht für das Ausbildungsmodell eigneten.
Marius Meiners, Mitgründer von Peec AI, bezeichnete die Einstellung von Auszubildenden für sein Unternehmen als unpraktikabel – er erwäge stattdessen, die Strafe zu zahlen. Agnieszka Walorska vom Fintech Mika verwies auf ein anderes Problem: das sinkende Interesse junger Menschen an Ausbildungen, nicht die mangelnde Bereitschaft der Unternehmen, auszubilden.
Die Abgabe tritt 2028 in Kraft und zwingt Betriebe, entweder mehr auszubilden oder finanziell beizutragen. Während die Politik damit die berufliche Bildung fördern will, sehen einige Startups darin eine zusätzliche Belastung. Ob der Fonds das jährliche Ziel von 75 Millionen Euro erreicht, hängt davon ab, wie viele Berliner Unternehmen sich anpassen – oder lieber zahlen.






