Black Friday 2024: Neue Zollregeln machen internationale Pakete teurer und langsamer
Elias FrankeBlack Friday 2024: Neue Zollregeln machen internationale Pakete teurer und langsamer
Die vorweihnachtliche Einkaufssaison hat begonnen, und mit dem Black Friday startet der Ansturm auf Online-Schnäppchen. Doch wer Pakete aus dem Ausland erhält, könnte mit unerwarteten Kosten und Verzögerungen konfrontiert werden. Neue Zollbestimmungen führen zu zusätzlichen Gebühren und bürokratischem Aufwand für viele Sendungen aus Ländern außerhalb der EU – oder in manchen Fällen sogar aus anderen Mitgliedstaaten.
Bei Paketen aus Nicht-EU-Ländern müssen Käufer Zollgebühren, Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls Verbrauchsteuern zahlen. Diese Abgaben gelten für alle Waren, wobei die genaue Höhe vom Wert der Sendung abhängt. Bei Lieferungen bis zu einem Wert von 150 Euro fällt eine Einfuhrumsatzsteuer von entweder 19 % oder 7 % an, zuzüglich etwaiger Verbrauchsteuern. Bei höherwertigen Waren – also über 150 Euro – kommen zusätzlich Zollgebühren hinzu.
In der Regel übernehmen die Versanddienstleister die Zollabwicklung und zahlen die Abgaben vorerst, belasten die Kosten jedoch zusammen mit einer Servicegebühr den Empfänger. Sind die Zollangaben unvollständig, kann das Paket zurückgehalten werden, sodass der Käufer die Formalitäten selbst erledigen muss. Bestimmte Waren wie Plagiate oder unsichere Produkte können sogar vollständig beschlagnahmt werden.
Selbst Geschenke von Privatpersonen unterliegen Einschränkungen. Nur Sendungen mit einem Wert von höchstens 45 Euro sind von Zollgebühren und Mehrwertsteuer befreit, wenn sie zwischen Privatleuten verschickt werden. Bei bestimmten Lebensmitteln sowie Waren aus geschützten Tier- oder Pflanzenarten können zudem Sondergenehmigungen erforderlich sein, bevor sie ins Land eingeführt werden dürfen.
Überraschenderweise sind auch Sendungen aus anderen EU-Ländern nicht immer steuerfrei. Je nach Versandart können bei Postlieferungen Einfuhrumsatzsteuer oder Kontrollen fällig werden.
Die neuen Regeln bedeuten, dass Verbraucher in diesem Weihnachtsgeschäft mit höheren Kosten und längeren Wartezeiten bei internationalen Bestellungen rechnen müssen. Die Versanddienstleister informieren die Käufer, falls Abgaben anfallen, doch unvollständige Angaben können zu weiteren Verzögerungen führen. Wer Geschenke verschickt oder empfängt, sollte daher den Wert und den Inhalt prüfen, um unerwartete Gebühren oder Beschlagnahmungen durch den Zoll zu vermeiden.






