23 April 2026, 14:06

"Blutbuch" feiert rauschhafte Premiere als genderfluide Bühnenrevolution

Eine bunte Papillustration, die die Lebensphasen von der Kindheit bis zum Alter zeigt, mit fetter Schrift und detailreichem Design.

"Blutbuch" feiert rauschhafte Premiere als genderfluide Bühnenrevolution

Eine bahnbrechende Bühnenadaption von Kim de l'Horizons preisgekröntem Roman feiert Premiere vor ausverkauftem Haus im Berliner Vaganten Bühne

Das Stück, basierend auf dem mit dem Deutschen und Schweizer Buchpreis 2022 ausgezeichneten Werk, erkundet Identität, Erinnerung und die Flüssigkeit des Körpers durch eine zutiefst persönliche Erzählung.

Im Mittelpunkt steht Kim, eine genderfluide Protagonist:in, deren Reise mit der Demenz ihrer Großmutter beginnt. Während die Erinnerungen zerfallen, setzt sich Kim mit Scham auseinander und sucht nach Selbstakzeptanz in einem Körper, der sich binären Definitionen entzieht. Auf der Bühne verkörpern drei Schauspieler:innen – Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger – abwechselnd die Rolle und spiegeln so Kims wandelbare Identität wider.

Die Inszenierung zieht das Publikum von Beginn an in Kims Welt hinein. Ein weißer Fransenvorhang rahlt die Bühne ein, über der der Titel Blutbuch in roter Gotikschrift leuchtet. Zerrissene beige Strumpfhosen, gefüllt mit Sand und Bällen, hängen wie schwebende Relikte von der Decke. In einer Szene dröhnt Musik, während Kim in weißen Spitzenkleidern einen provokanten Modenschau-Auftritt hinlegt.

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Mitten im Chaos findet Kim Trost unter einem Blutbuchenbaum, den ihr Urgroßvater gepflanzt hat. Dieser Ort wird zu ihrem einzigen sicheren Rückzug – ein stiller Kontrast zum Sturm der Selbstfindung, der um sie herum tobt.

Die Premiere markiert eine kühne Adaption eines Romans, der für seine schonungslose Ehrlichkeit gefeiert wird. Durch die Verbindung surreale Bilder mit intimer Erzählweise fordert das Stück das Publikum auf, Geschlecht, Erinnerung und Zugehörigkeit neu zu denken. Die ausverkaufte Erstaufführung deutet darauf hin, dass die Themen einen mächtigen Nerv getroffen haben.

Quelle