21 April 2026, 02:02

Bundeswehr verdoppelt Schulbesuche – Kritik an "versteckter Rekrutierung"

Gruppe von Schülern marschiert in Berlin mit einem bunten "Students for Future"-Schild vor einem Hintergrund aus Gebäuden, Bäumen und Himmel.

Bundeswehr verdoppelt Schulbesuche – Kritik an "versteckter Rekrutierung"

Die deutschen Streitkräfte, die Bundeswehr, haben ihre Präsenz an Schulen im ganzen Land deutlich ausgeweitet. Allein im ersten Quartal dieses Jahres führte sie 2.013 Besuche durch. Kritiker werfen der Bundeswehr vor, damit gezielt das Bild junger Menschen vom Militärdienst prägen zu wollen.

Die Bundeswehr darf zwar Schulen besuchen, um über Sicherheitspolitik zu informieren, eine aktive Anwerbung von Schülern ist ihr jedoch untersagt. Trotz dieser Einschränkung ist die Zahl der Schulbesuche in den vergangenen Jahren stark angestiegen.

Im Jahr 2023 verzeichnete Bayern mit 562 Besuchen die höchste Zahl – in diesem Jahr sind es in demselben Bundesland bereits 1.100. Auch andere Länder melden hohe Zahlen: 291 Besuche in Nordrhein-Westfalen, 269 in Niedersachsen und 219 in Baden-Württemberg. Bundesweit führte die Bundeswehr zudem 20 Veranstaltungen an Hochschulen durch.

Nicole Gohlke, bildungspolitische Sprecherin der Linken, äußerte sich kritisch zu diesem Trend. Uniformierte Jugendoffiziere und Berufsberater an Schulen dienten ihrer Meinung nach als strategische Instrumente, um Minderjährige an das Militär heranzuführen. Gohlke zufolge tragen diese Besuche dazu bei, die Präsenz der Streitkräfte unter Jugendlichen zu normalisieren.

Die Schulbesuche der Bundeswehr nehmen weiter zu, insbesondere in Bayern. Während das Militär betont, dass es dabei um Aufklärung gehe, warnen Kritiker vor möglichen indirekten Rekrutierungseffekten. Ein Ende des Trends ist vorerst nicht in Sicht.

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