Bundeswehr will bis 2035 auf 260.000 Soldat:innen wachsen – doch die Rekrutierung stockt
Lara BauerBundeswehr will bis 2035 auf 260.000 Soldat:innen wachsen – doch die Rekrutierung stockt
Deutschland unternimmt Schritte, um seine Streitkräfte auszubauen und die Rekrutierungsverfahren zu verbessern. Bis zur Mitte der 2030er-Jahre strebt das Land an, rund 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten zu haben, um die NATO-Vorgaben zu erfüllen. Im Rahmen dieser Bemühungen werden junge Männer künftig verpflichtende Eignungsuntersuchungen durchlaufen müssen.
2026 kontaktierte die Bundeswehr im Rahmen ihrer freiwilligen Rekrutierungskampagne 298.200 18-Jährige. Rund 1.500 Bewerber nahmen an medizinischen Untersuchungen teil, wobei 80 Prozent als diensttauglich eingestuft wurden. Doch nur 530 Rekruten erhielten schließlich verbindliche Zusagen für mindestens sechs Monate freiwilligen Wehrdienst in jenem Jahr.
Anfangs zeigten 25 Prozent der jungen Männer Interesse, der Bundeswehr beizutreten. Nach Telefoninterviews sank diese Zahl jedoch auf 12,5 Prozent. Die Regierung verzeichnete zudem einen separaten Anstieg von 8 Prozent bei freiwilligen Bewerbungen aus anderen Altersgruppen zu Beginn des Jahres 2026 – insgesamt etwa 10.000.
Ab Juli 2027 müssen alle 18-jährigen Männer verpflichtende medizinische und körperliche Eignungstests absolvieren. Wer den erforderlichen Fragebogen nicht ausfüllt, dem drohen Bußgelder von bis zu 250 Euro, in schweren Fällen sind strengere Sanktionen möglich. Unterdessen argumentierte der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter, dass die freiwillige Rekrutierung allein nicht ausreiche und forderte die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Die oppositionelle AfD kritisierte die aktuellen Rekrutierungszahlen als unzureichend für den Aufbau einer glaubwürdigen militärischen Reserve.
Der geplante Ausbau der Bundeswehr umfasst neben den neuen Eignungsprüfungen auch mögliche Strafen bei Nichtbefolgung. Die Regierung setzt auf eine Kombination aus freiwilligen und verpflichtenden Maßnahmen, um die Truppe zu verstärken. Die Debatte über die richtige Rekrutierungsstrategie hält unter den politischen Parteien weiterhin an.
