Chaos am Flughafen München: Passagiere stundenlang in Flugzeugen eingeschlossen
Philipp KochChaos am Flughafen München: Passagiere stundenlang in Flugzeugen eingeschlossen
Eine Woche, nachdem Hunderte Passagiere stundenlang in Flugzeugen auf dem Flughafen München festsitzen mussten, haben Verantwortliche schwerwiegende Versäumnisse bei der Bewältigung der Krise eingeräumt. In der Nacht zum 23. Februar 2026 hatten heftiger Schneefall und logistische Pannen etwa 600 Menschen in sechs Maschinen stundenlang ohne ausreichende Versorgung oder Kommunikation eingeschlossen. Flughafen- und Airline-Verantwortliche kündigten nun Maßnahmen an, um eine Wiederholung des Chaos zu verhindern.
Die Ereignisse eskalierten, als der Schnee den Betrieb lahmlegte und Passagiere die gesamte Nacht in den Flugzeugen festsaßen. Viele berichteten, sich im Stich gelassen zu gefühlt zu haben, da es kaum oder gar keine Updates von Crew oder Flughafenpersonal gab. Bärbel S., eine Passagierin auf einem Air-Dolomiti-Flug nach Graz, erhielt lediglich eine kleine Wasserflasche und einen Kekse, während jede Kommunikation ausblieb.
Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz räumten Thomas Hoff Andersen, operativer Geschäftsführer des Flughafens München, und Heiko Reitz, Hub-Manager der Lufthansa in München, gravierende Fehler ein. Sie nannten mangelnde Abstimmung, unklare Eskalationsprozesse und Personalengpässe als Hauptgründe. Der Flughafen verfügt derzeit über keine zentrale Einsatzleitung – eine Lücke, die nun geschlossen werden soll.
Zu den neuen Maßnahmen gehören eine engere Verzahnung der Teams, etwa durch die Einbindung von AeroGround-Mitarbeitern in das Lufthansa-Kontrollzentrum. Informationsketten werden überarbeitet, die Kapazitäten der Nachtschichten neu bewertet und ein täglicher Abschluss-Call eingeführt. Zudem werden klarere Eskalationsregeln umgesetzt. Die Lufthansa hat betroffenen Passagieren eine finanzielle Entschädigung zugesagt.
Flughafen und Airline skizzierten Schritte zur Verbesserung der Krisenreaktion, darunter ein gemeinsames Einsatzzentrum in der Zukunft. Die Betroffenen erhalten Entschädigungen, während die Verantwortlichen betonen, dass die überarbeiteten Abläufe ähnliche Vorfälle verhindern sollen. Die Änderungen folgen massiver Kritik an der mangelnden Unterstützung während der nächtlichen Zwangslage.






