15 February 2026, 22:02

China wirbt auf Münchner Sicherheitskonferenz für globale Zusammenarbeit und Multilateralismus

Ein Logo mit den Worten "Vital Voices Global Partnership" in fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, das einen blauen und weißen Kreis mit einer weißen Taube darin zeigt, die Frieden und Hoffnung symbolisiert, umgeben von einem dünnen schwarzen Rand.

China wirbt auf Münchner Sicherheitskonferenz für globale Zusammenarbeit und Multilateralismus

Chinas Außenminister Wang Yi hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz für eine stärkere globale Zusammenarbeit geworben. Er rief die großen Nationen dazu auf, sich dem Multilateralismus zu verpflichten und einseitige Handlungen abzulehnen. Seine Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund wachsender Spannungen und Verschiebungen in der internationalen Politik.

Während der Konferenz führte Wang zudem ein zentrales Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Beide Seiten erörterten eine Vertiefung der chinesisch-deutschen Beziehungen sowie eine Stärkung der Zusammenarbeit zwischen China und der Europäischen Union.

Wang begann mit einer Bestandsaufnahme der aktuellen weltpolitischen Instabilität. Er beschrieb die gegenwärtige Lage als turbulent, geprägt von zunehmendem Unilateralismus und einer "Recht-des-Stärkeren"-Mentalität. Als Gegenentwurf forderte er eine Rückkehr zum Multilateralismus und betonte, dass die großen Mächte mit gutem Beispiel vorangehen müssten.

Er bekräftigte Chinas Haltung zu globalen Partnerschaften und erklärte, China und Europa seien Partner, keine Rivalen. Systemische Konkurrenz wies er zurück und räumte zwar Unterschiede ein, bestritt jedoch, dass diese zu Konflikten führen müssten. Stattdessen plädierte er für gegenseitigen Respekt und Kooperation.

Der Minister ging auch auf die wirtschaftlichen Beziehungen ein, insbesondere mit Deutschland. Er sicherte Chinas Bereitschaft zu größerer Offenheit zu und forderte faire Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen. Im Gespräch mit Merz stand die Weiterentwicklung der strategischen Partnerschaft im Mittelpunkt, um die chinesisch-deutschen Beziehungen auf eine neue Stufe zu heben. Beide Seiten einigten sich darauf, dass Deutschland eine stabilisierende Rolle in den China-EU-Beziehungen spielt.

Wang kritisierte zudem Forderungen nach einer Abkopplung der USA von China. Er warnte vor überstürzten Entscheidungen und sprach sich stattdessen für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit aus. Zudem setzte er sich für Reformen der globalen Governance ein, in denen die Vereinten Nationen eine stärkere zentrale Rolle einnehmen sollten.

Wangs Rede und das Treffen mit Merz unterstrichen Chinas Bestrebungen, die internationale Zusammenarbeit zu vertiefen. Seine Appelle für Multilateralismus, fairen Handel und UN-geführte Reformen spiegeln Pekings Prioritäten in einer sich wandelnden Welt wider. Die Gespräche mit Deutschland signalisieren zugleich Bemühungen, die Bindungen zu Europa angesichts breiterer geopolitischer Verschiebungen zu festigen.