CSU und CDU streiten über kleine Atomreaktoren als Energielösung für Deutschland
Philipp KochCSU-Generalsekretär plädiert für den Bau kleiner Kernkraftwerke - CSU und CDU streiten über kleine Atomreaktoren als Energielösung für Deutschland
In Deutschland ist die Debatte über die Nutzung der Kernenergie neu entfacht, nachdem CSU-Generalsekretär Martin Huber kleine modulare Reaktoren (SMR) unterstützt hat. Seine Position steht im Widerspruch zu Bundeskanzler Friedrich Merz, der betont, der beschlossene Atomausstieg bleibe endgültig. Die Uneinigkeit kommt zu einer Zeit, in der weltweit das Interesse an SMRs wächst – vier dieser Anlagen sind bereits in Russland, China und Japan in Betrieb.
Huber argumentiert, der deutsche Atomausstieg beziehe sich nur auf Großreaktoren und lasse Raum für neuere Technologien. Er hebt hervor, SMRs seien entscheidend, um die Energieversorgung zu sichern – insbesondere für Branchen wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Große Unternehmen wie Meta und Amazon planen bereits Rechenzentren, die mit diesen kompakten Reaktoren betrieben werden sollen.
Der CSU-Politiker betonte zudem die Notwendigkeit einer stabilen Stromversorgung, um die Industrie in Deutschland zu halten. Während er die Kernfusion als langfristiges Ziel für Bayern sieht, könnten SMRs die Lücke bis dahin schließen. Seine Äußerungen folgen auf die Kritik von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die die Ablehnung der Kernenergie als "strategischen Fehler" bezeichnete. Brüssel fördert mittlerweile atomare Energien finanziell.
Weltweit treiben Länder wie Großbritannien, die USA, Kanada und Australien SMR-Projekte voran, die typischerweise eine Leistung zwischen 35 und 300 Megawatt für industrielle Anwendungen bieten. Merz jedoch wiederholte, der Atomausstieg Deutschlands sei unumkehrbar – damit zeichnet sich eine klare Spaltung innerhalb der unionsgeführten Koalition ab.
Der Streit spiegelt die größeren Spannungen um die energetische Zukunft Deutschlands wider. Hubers Einsatz für SMRs entspricht zwar internationalen Trends, stößt aber auf den Widerstand des Kanzlers. Angesichts der EU-Unterstützung für die Kernenergie und der wachsenden Nachfrage aus der Wirtschaft bleibt die Rolle dieser Technologie in Deutschland ungewiss.






