Deutschland blockt EU-Methanregeln: Warum die Energiesicherheit über Klimaziele siegt
Finn HerrmannDeutschland blockt EU-Methanregeln: Warum die Energiesicherheit über Klimaziele siegt
Deutschland schließt sich anderen EU-Regierungen an, die sich gegen die geplanten Methan-Emissionsvorschriften der Union für importiertes Öl und Gas aussprechen. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche warnte, die Regelung könnte ab 2027 die Einfuhren von Gas und Erdölprodukten blockieren. Damit rücken Energiesicherheitsbedenken in die Debatte um die Klimasteuerung.
Die Europäische Kommission will ab kommendem Jahr die Überwachung und Verifizierung von Methanemissionen bei Kraftstofflieferungen in die EU durchsetzen. Methan ist ein Hauptverursacher der globalen Erwärmung, und eine schnelle Reduzierung seiner Emissionen bringt spürbare Klimavorteile.
Berlin drängt auf eine längere Übergangsphase vor Inkrafttreten der Vorschriften. Reiche erklärte, die Regelung könnte Importe wichtiger Produkte einschränken, darunter auch Kerosin für die Luftfahrt. Die Warnung kommt zu einer Zeit, in der das europäische Energiesystem unter Druck steht – die Märkte für Flugtreibstoff sind bereits durch den Iran-Konflikt gestört.
Zwölf weitere EU-Staaten fordern eine dreijährige Verschiebung. Branchenverbände und einige Beamte argumentieren, die Kontrollsysteme seien noch nicht einsatzbereit. Umweltorganisationen und Energieexperten lehnen die geplante Verzögerung hingegen ab.
Die EU versucht, ihre Klimaziele mit praktischen Umsetzungsfragen in Einklang zu bringen. Der Widerstand von Brennstofflieferanten außerhalb Europas erhöht den Druck. Die endgültige Entscheidung wird sowohl die Energiesicherheit als auch die Emissionsstandards für die kommenden Jahre prägen.
