Verkehrsminister fordern mehr Geld für die Infrastruktur - Deutschland-Ticket wird 2027 teurer – Preis steigt auf 63 Euro
Die Verkehrsminister der Bundesländer haben sich auf Änderungen beim Preissystem des Deutschland-Tickets geeinigt. Ab 2027 steigt der Preis von 58 auf 63 Euro und passt sich automatisch an einen neuen Preisindex an. Damit soll die bisherige politisch festgelegte Preisgestaltung abgelöst werden, die Kommunen und Verkehrsbetriebe finanziell stark belastet hat.
Die Minister forderten zudem mehr Bundesmittel, um die milliardenschweren Finanzierungslücken bei der Sanierung und dem Ausbau von Straßen- und Schieneninfrastruktur zu schließen.
Die Entscheidung folgt wachsenden Sorgen über die finanziellen Auswirkungen des Deutschland-Tickets seit seiner Einführung im Mai 2023. Die politisch vorgegebenen Tarife haben die Kosten für Gemeinden und Verkehrsunternehmen in die Höhe getrieben. Kleinere Städte wie Lichtenwald müssen nach Abzug der Fördergelder jährlich rund 40.000 Euro aufbringen – eine Belastung, die mit einer Erhöhung der Grundsteuer um 40 Punkte verglichen wird. Lokale Verantwortliche bezeichnen diese Last als auf Dauer untragbar für kleine Gemeinden.
Um weitere Belastungen zu vermeiden, beschlossen die Minister einen neuen Preismechanismus, der sich an einem Drei- bis Fünf-Jahres-Preisindex orientiert. Dieser berücksichtigt Lohnkosten, Energiepreise und die allgemeine Inflation, sodass Anpassungen die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung widerspiegeln. Die genauen Modalitäten des Systems werden auf der nächsten Verkehrsministerkonferenz im Frühjahr 2026 finalisiert.
Neben der Tarifreform drängten die Minister die Bundesregierung, einen größeren Teil ihres milliardenschweren Sonderinfrastrukturfonds für langfristige Investitionen in Instandhaltung, Neubauten und digitale Modernisierungen bereitzustellen. Anlass ist ein Bericht des Bundesverkehrsministeriums vom September, der milliardenschwere Finanzierungslücken bei Autobahnen und anderen wichtigen Verkehrsprojekten aufzeigt.
Das neue Preismodell für das Deutschland-Ticket tritt 2027 in Kraft und sieht eine Erhöhung auf 63 Euro vor, während künftige Anpassungen an wirtschaftliche Kennziffern geknüpft werden. Gleichzeitig zielt die Forderung nach zusätzlichen Bundesmitteln darauf ab, die seit Langem bestehenden Defizite in der Verkehrsinfrastruktur zu beheben.
Kommunen und Verkehrsunternehmen warten nun auf die endgültigen Preisregelungen, die 2026 feststehen sollen, sowie auf Entscheidungen zur Verteilung der Infrastrukturfördergelder.






