25 March 2026, 12:02

Dritte Startbahn in München: Politische Blockade stoppt Milliardenprojekt

Ein Austrian-Airlines-Airbus-A320-200 beim Abheben vom Frankfurter Flughafen mit Grünflächen, Leuchten, einem Gebäude und einer bewölkten Himmel im Hintergrund.

Dritte Startbahn in München: Politische Blockade stoppt Milliardenprojekt

Die Pläne für eine dritte Startbahn am Flughafen München stehen nun vor erheblichen Hindernissen, nachdem zwei politische Rückschläge das lang diskutierte Projekt in ernste Schwierigkeiten gebracht haben. Dominik Krause, Kandidat der Grünen und Klimaschützer, wurde mit klarer Mehrheit zum neuen Münchner Oberbürgermeister gewählt. Sein Wahlsieg in Kombination mit einem Moratorium der bayerischen Landesregierung wirft die Zukunft des Ausbauvorhabens infrage.

Schon vor Krauses Wahl war die Zukunft der Startbahn ungewiss. Im Juli 2025 hatte das Verwaltungsgericht Klagen gegen die Genehmigung des Projekts abgewiesen und damit eine Hürde für den Baubeginn ausgeräumt. Der Flughafen München beantragte sogar die Bestätigung, dass vorbereitende Arbeiten bereits begonnen hätten, um die bestehenden Genehmigungen zu sichern. Doch der politische Widerstand nahm bald an Fahrt auf.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verhängte ein Moratorium bis 2028 und stoppte damit vorerst alle weiteren Schritte. Dann folgte ein entscheidender Machtwechsel: Krause gewann die Wahl mit 56,4 Prozent der Stimmen und besiegte Amtsinhaber Dieter Reiter. Als Oberbürgermeister vertritt er München in der Gesellschafterversammlung des Flughafens, wo die Stadt mit 23 Prozent beteiligt ist – und damit ein faktisches Vetorecht besitzt. Während des Wahlkampfs mied Krause zwar eine direkte Positionierung zur Startbahn, doch seine Haltung gilt als ablehnend.

Unterdessen erhöht die Lufthansa den Druck für den Bau der dritten Bahn. Vorstandschef Carsten Spohr zeigte sich während der Pandemie zwar noch zurückhaltend, fordert nun aber einen Baubeginn bis 2026. Seiner Argumentation zufolge muss München bis 2035 bis zu 100 Millionen Passagiere abfertigen können, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die Airline hatte zwischen 2021 und 2023 eine Kapazität von 80 Millionen Passagieren angestrebt und 2024 eine Vereinbarung mit der BayernLB unterzeichnet, um die Pläne zu beschleunigen. Spohrs wiederholte Appelle in großen Tageszeitungen unterstreichen die Dringlichkeit aus Sicht der Airline.

Doch mit Söders Verzögerungstaktik und Krauses zu erwartendem Veto bleibt das Projekt vorerst auf Jahre blockiert.

Die dritte Startbahn scheint damit an zwei Fronten gescheitert: Krauses Wahl gibt München eine direkte Möglichkeit, die Pläne abzulehnen, während Söders Moratorium jede Entscheidung bis 2028 hinauszögert. Trotz des Wachstumsdrucks der Lufthansa lässt die politische Lage kaum Spielraum für eine baldige Umsetzung des Projekts.

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