03 March 2026, 14:50

Eisige Nacht im Flugzeug: 600 Passagiere sitzen stundenlang auf dem Münchner Flughafen fest

Ein großes Passagierflugzeug auf der Rollbahn.

Eisige Nacht im Flugzeug: 600 Passagiere sitzen stundenlang auf dem Münchner Flughafen fest

Über 600 Passagiere verbrachten eine eisige Nacht in sechs Flugzeugen auf dem Münchner Flughafen

Letzten Monat saßen mehr als 600 Reisende stundenlang in sechs Maschinen auf dem Flughafen München fest, nachdem heftige Schneefälle und ein nächtliches Flugverbot sie an Bord gefangen hielten. Die qualvolle Nacht löste Empörung aus und führte zu Forderungen nach Konsequenzen.

Die Lage spitzte sich zu, als Schneestürme die Abfertigung lahmlegten und die Passagiere weit nach Mitternacht an Bord bleiben mussten. Da keine Busse für die Rückfahrt zum Terminal verfügbar waren und ein Fußmarsch als zu gefährlich galt, gab es für sie keinen Weg, die Flugzeuge zu verlassen. Viele ertrugen die Wartezeit mit stummer Verzweiflung – größere Proteste, die möglicherweise schneller Aufmerksamkeit erregt hätten, blieben aus.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ein Sprecher der Lufthansa bezeichnete den Vorfall zunächst als "Unannehmlichkeit" – eine Aussage, die bei Kommentatoren, darunter einem Bild-Journalisten, auf scharfe Kritik stieß. Ihnen fehlte es an Empathie, hieß es. Später entschuldigte sich das Unternehmen ausführlicher und kündigte Entschädigungen für die Betroffenen an. Ein Vertreter des Flughafens München bedauerte den Vorfall, betonte jedoch, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Passagiere bestanden habe.

Deutsche Medien berichten nun, dass der Vorfall juristische Folgen haben könnte. Das Polizepräsidium Oberbayern bereitet einen Bericht für die Staatsanwaltschaft Landshut vor. Weder die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) noch die Münchner Staatsanwaltschaft äußerten sich jedoch zu möglichen Konsequenzen. Klimaschutzaktivisten der Gruppe Letzte Generation deuteten das Ereignis als "symbolische Strafe" für umweltschädliches Fliegen.

Die gestrandeten Passagiere haben den Flughafen inzwischen verlassen, doch die Nachwehen halten an. Die Behörden prüfen, ob Fahrlässigkeit eine Rolle spielte. Die betroffenen Reisenden warten derweil auf Entschädigungen, während die Ermittler die Umstände aufklären, die sie stundenlang in den Maschinen festhielten.