Enkel soll Großeltern für 69.000 Euro ermordet und Suizid vorgetäuscht haben
Lara BauerAngeblich: Enkelin tötete Großmutter aus Habgier - Enkel soll Großeltern für 69.000 Euro ermordet und Suizid vorgetäuscht haben
Ein 24-jähriger Mann muss sich seit heute vor Gericht wegen des Vorwurfs verantworten, seine Großeltern ermordet zu haben, um an ihre Ersparnisse zu gelangen. Wie das Gericht erfuhr, soll er ihren Tod als Suizid inszeniert haben, nachdem sie gedroht hatte, ihm die finanzielle Unterstützung zu entziehen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, später versucht zu haben, an ihren Banksafe zu gelangen, in dem sich 69.000 Euro, 20.000 US-Dollar und Schmuck befanden.
Der Leichnam des Opfers war am 17. März vergangenen Jahres in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Ihre Putzfrau hatte Alarm geschlagen, und die Polizei wurde schnell misstrauisch gegenüber den Umständen des Todes. Nur wenige Tage später nahm sie den Enkel fest.
Laut Staatsanwaltschaft tötete der Angeklagte seine Großeltern, nachdem diese angekündigt hatte, den Kontakt und die Geldzahlungen einzustellen. Er soll ihnen anschließend Schnittwunden an den Unterarmen zugefügt und sie in die Badewanne gelegt haben, um den Anschein zu erwecken, sie hätten sich selbst das Leben genommen. Während der Verhandlung betrat der Beschuldigte mit bedecktem Gesicht den Saal und wirkte sichtbar aufgewühlt.
Bei einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe mit dem besonderen Schweregrad der Schuld. Dies würde eine vorzeitige Entlassung nach deutschem Recht deutlich erschweren.
Im Mittelpunkt des Prozesses steht das finanzielle Motiv. Beweise deuten darauf hin, dass der Enkel versucht hatte, Geld aus dem Banksafe seiner Großeltern abzuheben. Eine Verurteilung hätte schwere Konsequenzen, darunter die Möglichkeit einer lebenslangen Haft ohne Aussicht auf Bewährung. Die Verhandlung wird fortgesetzt, während die Staatsanwaltschaft weitere Details ihrer Ermittlungen vorlegt.