07 February 2026, 16:02

"Es reicht!" – Tausende fordern in München bezahlbare Mieten und Wohnraum für alle

Eine Gruppe von Menschen mit Fahnen geht vor einem Gebäude mit einem Schild vorbei, auf dem 'Montbron' steht, einem Straßenpfahl und einer Fahne mit Bildern und Text unter einem bewölkten Himmel.

Mondpreise, Existenzielle Krise - Tausende bei Mietprotest - "Es reicht!" – Tausende fordern in München bezahlbare Mieten und Wohnraum für alle

Tausende Demonstranten gingen am Samstag in München auf die Straße, um mehr Mieterschutz und bezahlbaren Wohnraum zu fordern. Die unter dem Motto "Es reicht!" organisierte Kundgebung richtete sich gegen Behörden auf allen Ebenen, die nach Ansicht der Protestierenden versagt haben, die explodierenden Mieten und die Wohnungsnot in den Griff zu bekommen. Die Veranstalter sprachen von etwa 10.000 Teilnehmern, während die Polizei die Zahl der Demonstranten auf 4.000 bis 5.000 schätzte.

München wurde als Protestort gewählt, weil der Wohnungsmarkt dort besonders angespannt ist und die Mieten für viele Bewohner nicht mehr tragbar sind. Redner wie Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbunds, betonten, "Wohnen ist ein Grundrecht, keine Ware". Die Demonstranten forderten Sofortmaßnahmen, darunter strengere Mietpreisbremse, Sanktionen für leerstehende Immobilien und eine Eindämmung der Bodenspekulation.

Oberbürgermeister Dieter Reiter erkannte die Krise an und präsentierte einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung der steigenden Mieten. Zudem richtete er einen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz, in dem er bundesweite Maßnahmen forderte. Reiter argumentierte, dass lokale Lösungen allein den Mietpreisanstieg nicht stoppen könnten – nötig seien vielmehr nationale Gesetze und eine grundlegende Reform des Mietrechts.

Aus öffentlichen Unterlagen geht hervor, dass die Bundesregierung in den vergangenen drei Jahren keine konkreten Schritte zur Mietenregulierung in Großstädten wie München unternommen hat. Zwar wurden in der Politik Themen von Extremismus bis Hochwasserschutz diskutiert, doch direkte Maßnahmen zur Mietpreisdämpfung in Ballungsräumen blieben aus. Währenddessen sehen sich Millionen Menschen in Deutschland mit Verdrängung oder finanzieller Überlastung konfrontiert, da die Wohnkosten weiter steigen.

Die Demonstration spiegelte die wachsende Verzweiflung von Mietern und Aktivisten wider, die keine Fortschritte bei der Wohnraumversorgung erkennen. Da auf Bundesebene nichts passiert, wächst der Druck auf Kommunal- und Landespolitiker, wirksamere Schutzmaßnahmen einzuführen. Die Forderungen der Protestierenden haben das Thema nun wieder ganz oben auf die politische Agenda gesetzt.