Europas Bauwirtschaft wächst – doch Deutschlands Wohnungsmarkt kämpft mit Tiefstand 2026
Finn HerrmannIfo: Europäische Bauindustrie setzt auf starkes Wachstum - Europas Bauwirtschaft wächst – doch Deutschlands Wohnungsmarkt kämpft mit Tiefstand 2026
Europas Bauwirtschaft steht vor stetigem Wachstum
In den kommenden Jahren zeichnet sich für die europäische Bauindustrie ein solides Wachstum ab. Analysten prognostizieren für 2024 einen Anstieg um 2,4 Prozent, mit weiteren Zuwächsen in den Folgejahren. Doch der deutsche Wohnungssektor sieht sich einer schwierigeren Entwicklung gegenüber: Die Fertigstellungen werden 2026 einen Tiefstand erreichen, bevor eine Erholung einsetzt.
Der gesamte europäische Baumarkt zeigt Anzeichen einer Belebung. Sowohl der Wohnungsbau als auch der Tief- und Ingenieurbau treiben diese Entwicklung voran. Die Wachstumsprognosen liegen bei 2,2 Prozent für 2027 und 1,9 Prozent für 2028. Bis 2028 sollen die Marktvolumina in diesen Bereichen um 7,5 Prozent steigen.
Deutschland: Gemischtes Bild mit Licht und Schatten Hierzulande fällt die Bilanz uneinheitlich aus. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen wird 2026 auf 185.000 sinken – der niedrigste Stand des Sektors. Danach sollte sich die Lage bessern: Für 2027 werden 205.000 und für 2028 bereits 215.000 Fertigstellungen erwartet. Aktuelle Daten zeigen zwar einen leichten Anstieg der Baugenehmigungen für Wohngebäude, doch bis daraus bezugsfertige Wohnungen werden, wird es noch dauern.
Deutlich optimistischer präsentiert sich der Gewerbe- und Nichtwohnungsbau. Hier wird bis 2028 ein Wachstum von 4,7 Prozent erwartet. Allerdings könnte der deutsche Sonderfonds, der eigentlich die Bauwirtschaft stärken soll, wegen unklarer Finanzierung nicht seine volle Wirkung entfalten.
Fazit: Europa wächst – Deutschland hinkt kurzfristig hinterher Die Bauwirtschaft in Europa befindet sich auf einem allmählichen Aufwärtspfad mit moderatem, aber kontinuierlichem Wachstum. Der deutsche Wohnungsmarkt wird zwar kurzfristig weiter schwächeln, doch ab 2026 zeichnet sich eine Erholung ab. Treibende Kräfte für die Expansion in den kommenden Jahren bleiben voraussichtlich der Nichtwohnungsbau und der Infrastruktursektor.