Europas Kampf um Seltene Erden: Wie die EU ihre Abhängigkeit von China verringern will
Elias FrankeEuropas Kampf um Seltene Erden: Wie die EU ihre Abhängigkeit von China verringern will
Europas Abhängigkeit von China bei Seltenen Erden und Magneten hat Bedenken hinsichtlich der Verwundbarkeit der Lieferketten geweckt. Das Problem liegt weniger im Abbau als vielmehr in Chinas Kontrolle über die Verarbeitung. Bei jüngsten hochrangigen Treffen zwischen europäischen und chinesischen Vertretern wurde die Notwendigkeit von Zusammenarbeit und fairem Wettbewerb betont.
Ende Mai reiste die deutsche Wirtschaftsministerin Katharina Reiche nach China, um über Vertrauen, Stabilität und faire Wettbewerbsbedingungen zu sprechen. Themen waren Rohstoffe, Lieferketten und wirtschaftliche Beziehungen. Ziel der Reise war es, den Dialog zwischen den beiden Volkswirtschaften zu stärken.
Am 9. Juni traf Chinas Vizehandelsminister Ling Ji in Brüssel mit Ditte Juul Jørgensen zusammen, der Generaldirektorin der Europäischen Kommission für Handel und wirtschaftliche Sicherheit. Im Mittelpunkt standen Handels- und Investitionskonsultationen. Der Besuch lenkte zudem die Aufmerksamkeit auf die Verringerung von Abhängigkeiten, die Produktionsketten stören könnten.
Unterdessen hat die Europäische Kommission eine härtere Haltung in den Handelsbeziehungen mit China eingenommen. Beamte bezeichneten die aktuelle Situation als nicht tragbar. Beim EU-Gipfel Mitte Juni thematisierten die Staats- und Regierungschefs „globale makroökonomische Ungleichgewichte“ – mit China als Hauptfokus. Die Europäische Volkspartei (EVP) drängte auf einen entschlosseneren Kurs gegenüber Peking.
Die EU verfügt über Hebelwirkung, indem sie den Zugang zu ihrem Binnenmarkt an strenge Regeln knüpft. Dazu zählen Prüfverfahren, Dokumentationspflichten, Fristen und Durchsetzungsmechanismen.
Die Treffen zwischen europäischen und chinesischen Vertretern unterstreichen die Dringlichkeit, Handelsungleichgewichte zu beheben. Europa strebt an, Verwundbarkeiten in kritischen Lieferketten zu verringern, ohne die wirtschaftliche Stabilität zu gefährden. Der regulatorische Rahmen der EU bleibt ein zentrales Instrument zur Gestaltung künftiger Handelsbeziehungen.
