04 March 2026, 13:16

Europas Klimatechnologie-Vorsprung schwindet – droht der Kontinent den Anschluss zu verlieren?

Ein Plakat mit Text und einem Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" lautet, setzt sich für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 ein.

Europas Klimatechnologie-Vorsprung schwindet – droht der Kontinent den Anschluss zu verlieren?

Neuer Bericht warnt: Europas Abhängigkeit von ausländischer Klimatechnologie schwächt seine langfristige Widerstandsfähigkeit

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Unter dem Titel Die Bedeutung von Klimatechnologien für die europäische Widerstandsfähigkeit zeigt eine aktuelle Studie, dass trotz jüngster Fortschritte weiterhin erhebliche Lücken bei Investitionen, Innovation und Politik bestehen. Die Autoren fordern mutige Reformen, um einen weiteren Rückgang in Schlüsselsektoren wie Energie, Verteidigung und Rohstoffen zu verhindern.

Europa war einst Vorreiter in der Klimatechnologie-Forschung, doch dieser Vorsprung ist geschwunden. Das Wachstum der erneuerbaren Energien in Deutschland kam nach 2012 zum Erliegen, während Risikokapital für Start-ups hinter den USA zurückblieb. Zwischen 2013 und 2023 lag das europäische Venture-Capital im Schnitt bei nur 0,2 % der Wirtschaftsleistung – weniger als ein Drittel des US-Werts (0,7 %). Diese Unterfinanzierung zwingt viele junge Unternehmen, im Ausland nach Kapital zu suchen.

Die EU hat zwar Gegenmaßnahmen ergriffen: In den letzten fünf Jahren wurden das 10-Milliarden-Euro-Programm InvestEU, ein eine Milliarde schwerer Fonds des Europäischen Innovationsrats für Cleantech-Start-ups sowie 5,4 Milliarden Euro aus Horizon Europe für Klimainnovationen aufgelegt. Doch diese Initiativen reichen nicht aus. Der Bericht empfiehlt unter anderem einen 100-Milliarden-Euro-Fonds speziell für Klimastart-ups sowie vereinfachte Beihilferegeln.

Die zentralen Vorschläge gehen noch weiter: Gefordert werden 800 Milliarden Euro jährliche öffentliche und private Investitionen, regulatorische Reformen und eine stärkere Rolle von Institutionen wie der Europäischen Investitionsbank. Prioritäten sind der Ausbau des Stromnetzes, die Entwicklung langfristiger Speichertechnologien sowie Investitionen in Zukunftstechnologien wie KI, Fusionsenergie und Quantencomputing. Zudem sollte die Verteidigungsausgabe auf mindestens 3 % der Wirtschaftsleistung steigen, um Sicherheit mit Klima- und Energiezielen zu verknüpfen.

Europa beherbergt zwar noch immer doppelt so viele Klimatech-Start-ups wie die USA (30.000 gegenüber 14.300). Doch ohne tiefgreifende politische Weichenstellungen droht der Kontinent laut den Autoren bis 2029 in kritischen Branchen weiter an Boden zu verlieren.

Der Bericht skizziert einen Weg, wie Europa durch gezielte Investitionen und Reformen seine Widerstandsfähigkeit stärken kann. Werden die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt, könnten sie die Energie-, Verteidigungs- und Technologiebranchen in den nächsten fünf Jahren grundlegend verändern. Entscheidend sind die Schließung von Finanzierungslücken, die Straffung von Vorschriften und der Ausbau öffentlich-privater Partnerschaften.