17 March 2026, 14:01

Ex-Bischof Hanke gesteht Versäumnisse im 60-Millionen-Dollar-Skandal des Bistums Eichstätt

Gravur eines Mannes in Priestergewand und Hut, beschriftet mit Albrecht D., im Hintergrund ein Wappen und unten der Schriftzug "Erzbistum".

"Skandal in der Diözese" - Ehemaliger Bischof spricht vor Gericht - Ex-Bischof Hanke gesteht Versäumnisse im 60-Millionen-Dollar-Skandal des Bistums Eichstätt

Der ehemalige Bischof Gregor Maria Hanke hat vor einem Münchner Gericht im Zusammenhang mit einem Finanzskandal ausgesagt, der das Bistum Eichstätt erschütterte. Im Mittelpunkt des Falls stehen 60 Millionen Dollar, die durch hochriskante US-Immobiliengeschäfte verloren gingen, sowie Vorwürfe der Bestechung. Hanke, der nach 18 Amtsjahren im vergangenen Jahr zurücktrat, räumte Versäumnisse bei der finanziellen Aufsicht während seiner Amtszeit ein.

Der Skandal kam ans Licht, nachdem Wirtschaftsprüfer und eine Anwaltskanzlei "blinde Flecken" in den Finanzen des Bistums aufgedeckt hatten. Sie kamen zu dem Schluss, dass die zwischen 2014 und 2016 getätigten Investitionen in Höhe von 60 Millionen Dollar "wahrscheinlich für immer verloren" seien. Die Geschäfte, die gegen interne Richtlinien verstoßen hatten, wurden zwar vom Diözesanrat überwacht, unterlagen jedoch keiner ausreichenden Kontrolle.

Hanke erklärte vor Gericht, er habe erst nachträglich von den umstrittenen Deals erfahren. Das Kontrollsystem bezeichnete er als ein "zu weitmaschiges Netz" und gab zu, sich zu stark auf Experten verlassen zu haben. Zudem räumte der Bischof ein, dass der Vermögensverwaltungsrat schlecht strukturiert gewesen sei – mit zu vielen internen Mitgliedern und zu wenig finanzieller Fachkompetenz.

In dem Prozess müssen sich zwei weitere Beschuldigte verantworten: Ein Immobilienentwickler wird wegen Untreue und Bestechung angeklagt, während gegen den ehemaligen stellvertretenden Finanzdirektor des Bistums wegen Untreue und Bestechlichkeit ermittelt wird. Hanke selbst hatte finanzielle Entscheidungen an die zuständigen Abteilungen delegiert und ihnen weitreichende Autonomie eingeräumt.

Der Bischof hatte den Skandal bereits 2018 öffentlich gemacht, trat jedoch erst 2025 zurück, als die Folgen weiter nachwirkten. Seine Aussage unterstrich strukturelle Schwächen, darunter ein Aufsichtsrat, dem es an Tiefe mangelte und der riskante Investitionen nicht verhindern konnte.

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Der Prozess untersucht weiterhin, wie es zum Verlust von 60 Millionen Dollar kommen konnte und ob angemessene Kontrollen den Skandal hätten verhindern können. Hankes Rücktritt folgte auf Jahre der Kritik an der Finanzführung des Bistums. Das Urteil in diesem Fall könnte prägend dafür sein, wie die katholische Kirche in Deutschland künftig mit finanzieller Transparenz umgeht.

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