24 June 2026, 20:01

FDP-Politiker Martin Hagen löst mit Junge-Freiheit-Interview Eklat aus

Ex-FDP-Justizminister nennt JF 'No-go-Zone'

FDP-Politiker Martin Hagen löst mit Junge-Freiheit-Interview Eklat aus

In deutschen politischen Kreisen ist ein Streit über ein Interview des FDP-Politikers Martin Hagen mit dem rechtsextremen Medium Junge Freiheit entbrannt. Die Entscheidung hat scharfe Kritik von der früheren Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und anderen ausgelöst und eine breitere Debatte über den Umgang mit umstrittenen Medien entfacht.

Leutheusser-Schnarrenberger, die von 2009 bis 2013 unter Angela Merkel als Justizministerin amtierte, verurteilte Hagens Entscheidung, mit der Jungen Freiheit zu sprechen. Sie argumentierte, dass die Zusammenarbeit mit dem Blatt die Gefahr berge, die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) zu normalisieren. Unterstützung erhielt sie von Sabine Döring, die aus Protest gegen die Auswahl der Teilnehmer aus einer Podiumsdiskussion der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung zurücktrat.

Auch Der Spiegel meldete sich zu Wort und behauptete, das Interview verletze eine journalistische Brandmauer. Hagen hingegen verteidigte sein Vorgehen und betonte, das Medium sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Gleichzeitig lehnte er jede Zusammenarbeit mit der AfD ab und erklärte, sie sei kein tragfähiger Partner für die FDP.

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Innerhalb der FDP sind die Meinungen gespalten. Die Vorstandsmitglied Susanne Seehofer unterstützte Hagen und unterstrich die Bedeutung des Dialogs jenseits politischer Echokammern. Hagen selbst bedauerte, dass die Gesellschaft – insbesondere während der Amtszeit Merkels – die Fähigkeit zu konstruktiven Debatten verloren habe.

Die Kontroverse zeigt tiefe Gräben auf, wie mit rechtsextremen Medien und politischen Gruppen umgegangen werden soll. Hagens Interview hat die Diskussion über die Grenzen politischer Auseinandersetzung weiter angeheizt. Die FDP steht nun unter internem und externem Druck, ihre Haltung zum Umgang mit solchen Medien zu klären.

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