Fendt warnt vor chinesischer Konkurrenz und setzt auf Automatisierung
Finn HerrmannFendt warnt vor chinesischer Konkurrenz und setzt auf Automatisierung
Fendt, der Landmaschinenhersteller, kämpft mit steigenden Energiekosten und wachsendem Wettbewerb durch chinesische Marken. Der Unternehmenschef Christoph Gröblinghoff warnt, dass neue asiatische Konkurrenten den Markt innerhalb eines Jahrzehnts grundlegend verändern könnten. Gleichzeitig treibt Fendt die Automatisierung voran und plant eine Expansion in Amerika.
Die Energiepreise an den Fendt-Produktionsstandorten sind stark angestiegen und liegen mittlerweile bei über 20 Cent pro Kilowattstunde – höher als an jedem anderen AGCO-Standort in Europa. Dies belastet die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.
Um die Effizienz zu steigern, investiert Fendt in Automatisierung und Robotik. Humanoide Roboter könnten künftig eine größere Rolle in der Fertigung übernehmen. Langfristig strebt das Unternehmen eine jährliche Traktorenproduktion von 22.000 bis 25.000 Einheiten an.
Gröblinghoff rechnet mit einer nur langsamen Erholung des Landmaschinensektors. Einen spürbaren Aufschwung erwartet er frühestens 2027, wenn der europäische Traktorenmarkt voraussichtlich um etwa 6 % wächst. Die Verkäufe könnten dann von rund 150.000 auf etwa 156.000 bis 157.000 Traktoren steigen.
Der Vorstandsvorsitzende wies zudem auf die Bedrohung durch chinesische Wettbewerber hin. Etablierte Unternehmen wie die China National Machinery Industry Corporation agieren bereits global, während neue Anbieter mit extrem niedrigen Gewinnmargen in den Markt drängen könnten. Gröblinghoff warnt, dass einige europäische Hersteller diesem Druck innerhalb der nächsten zehn Jahre nicht standhalten und verschwinden könnten.
Trotz der Herausforderungen will Fendt seine Position in Nord- und Südamerika ausbauen. Der Standort Marktoberdorf bleibt das zentrale Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion von Radtraktoren.
Fendt bereitet sich auf eine wettbewerbsintensivere Zukunft vor, indem es neue Märkte erschließt und auf fortschrittliche Technologien setzt. Die langfristigen Produktionsziele und der Fokus auf Automatisierung kommen zu einer Zeit, in der die Energiekosten steigen und chinesische Konkurrenten an Boden gewinnen. Gröblinghoffs Prognose deutet auf eine branchenweite Umwälzung bis 2034 hin – mit neuen Playern und schrumpfenden Margen.






