31 December 2025, 04:02

Frankenwald-Brücken: Traumprojekt zwischen Touristenboom und Naturschutz-Klage

Plakat mit einer Eisenbahn, die eine Brücke mit Truss-Struktur überquert, umgeben von Pflanzen, Häusern und Hügeln.

Streit um den Bau der Frankenwaldbrücken geht weiter - Frankenwald-Brücken: Traumprojekt zwischen Touristenboom und Naturschutz-Klage

Pläne für zwei spektakuläre Fußgänger-Hängebrücken in Nordbayern stecken in rechtlichen Verzögerungen fest. Die als Frankenwald-Brücken geplanten Bauwerke sollen sich über das Höllental bei Hof spannen und jährlich Zehntausende Besucher anlocken. Doch Umweltschützer kämpfen gegen das Projekt – noch bevor der erste Spatenstich erfolgen konnte.

Die geplanten Brücken zählten zu den längsten Fußgänger-Hängekonstruktionen weltweit: Eine würde etwa einen Kilometer, die andere knapp 400 Meter überspannen. Bei einer Realisierung rechnet man mit rund 300.000 Touristen und Tagesausflüglern pro Jahr.

Ursprünglich waren die Kosten auf 22 Millionen Euro veranschlagt worden, doch die aktuellen Schätzungen liegen mittlerweile bei über 42 Millionen – fast das Doppelte der ursprünglichen Planung. Um die Finanzierung zu sichern, will das Landratsamt Fördermittel aus dem Regionalen Entwicklungsprogramm (ROEF) beantragen, das bis zu 70 Prozent der förderfähigen Ausgaben decken könnte. Doch bevor es losgehen kann, müssen sowohl eine Baugenehmigung als auch die finanzielle Freigabe durch den Freistaat Bayern vorliegen.

Widerstand kommt vom Bund Naturschutz (BN) und der lokalen Höllental-Initiative. Sie reichten im Februar 2025 Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht in München ein mit der Begründung, die Brücken würden das empfindliche Ökosystem des Tals zerstören. Das Verfahren ist bis Ende 2025 noch nicht entschieden. Die Kläger haben ihre Argumente kürzlich nachgeschärft, und das Landratsamt hat nun bis Ende März 2026 Zeit, eine Stellungnahme einzureichen.

Die Zukunft der Frankenwald-Brücken hängt vom Ausgang des laufenden Rechtsstreits ab. Bei einer Genehmigung würde das Projekt mit einem deutlich höheren Budget als ursprünglich geplant umgesetzt. Bis dahin ruhen die Bauarbeiten – Behörden und Aktivisten warten auf das Urteil des Gerichts.