09 February 2026, 04:02

Freising erhöht Gastronomie-Gebühren um 420 Prozent – Wut und Existenzängste bei Wirten

Ein Plakat bewirbt die elektrische Stadt Bergbahn, Deutschland, mit Bildern von Gebäuden, Bäumen, Hügeln und beschreibendem Text.

Freising erhöht Gastronomie-Gebühren um 420 Prozent – Wut und Existenzängste bei Wirten

Freising erhöht Gebühren für Außengastronomie um 420 Prozent – Wut bei Wirten

Die Stadt Freising hat die Gebühren für Bewirtung im Freien drastisch um 420 Prozent erhöht – und damit bei lokalen Gastronomen Empörung ausgelöst. Die jährliche Abgabe stieg von einmalig 10 Euro auf 6 Euro pro Quadratmeter und Monat, was viele Betriebsinhaber vor unerwartete finanzielle Herausforderungen stellt. Kritiker werfen der Stadt vor, die Betroffenen vor der Umsetzung der Änderung nicht konsultiert zu haben.

Der massive Anstieg setzt Cafés und Restaurants sofort unter Druck. Franziska Kreuter, Inhaberin des Furtner Bräustüberl, warnte, die neuen Kosten könnten die Außenbestuhlung wirtschaftlich unrentabel machen. Michael Junker von Junkers Coffee Roasters räumte ein, eine moderate Erhöhung wäre vertretbar gewesen, doch die aktuelle Preisspirale gehe zu weit.

Manuel Eser, Chefredakteur des Freisinger Tagblatts, übt scharfe Kritik am Vorgehen der Stadt. Er verglich die Maßnahme mit früheren, später zurückgenommenen Plänen und fragte, warum die Verantwortlichen die Gastronomen nicht frühzeitig einbezogen hätten. Eser betonte zudem, wie wichtig eine lebendige Gastronomieszene für die Attraktivität der Innenstadt sei.

Der Verein Aktive City, der lokale Unternehmen vertritt, fordert nun Gespräche mit der Stadtverwaltung. Man hofft auf einen Kompromiss, der die Belastung für die Betriebe mildert. Gleichzeitig mehren sich die Forderungen an Bürgermeister Tobias Eschenbacher, sich persönlich einzuschalten und die Bedenken ernst zu nehmen.

Bisher liegen keine Vergleiche vor, wie sich die Freisinger Gebühren zu denen anderer bayerischer Städte verhalten. Auch fehlen noch Daten zur wirtschaftlichen Auswirkung der Neuregelung oder eine nachvollziehbare Begründung für den drastischen Anstieg.

Die Gastronomen müssen nun mit deutlich höheren monatlichen Kosten kämpfen – einige fürchten gar um ihre Existenz oder kündigen Einschnitte bei den Angeboten an. Ob die Forderung des Unternehmensverbands nach Dialog zu einer Einigung führt, bleibt abzuwarten. Der Streit zeigt jedenfalls das Spannungsfeld zwischen den Einnahmeinteressen der Stadt und dem Überlebenskampf der lokalen Gastronomie.