04 March 2026, 09:50

Gericht stoppt Höcke-Auftritt in Bayern – AfD spricht von Zensur

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden und hält Schilder hoch, mit einer Fahne und einem Apfel auf der Straße und einer Frau, die rechts steht und besorgt aussieht.

Gericht stoppt Höcke-Auftritt in Bayern – AfD spricht von Zensur

Ein geplanter Auftritt des AfD-Politikers Björn Höcke wurde von einem bayerischen Gericht untersagt. Die Entscheidung fiel kurz vor einem AfD-Parteitag in Seybothenreuth, wo sich auch linke Protestierende versammeln wollen. Tausende werden zu der Gegenkundgebung gegen die rechtsextreme Partei erwartet.

Das Verwaltungsgericht Bayreuth bestätigte das Redeverbot auf Grundlage einer neuen Regelung im Bayerischen Gemeindeordnung, die 2025 eingeführt wurde. Dieses Gesetz ermöglicht es lokalen Behörden, Auftritte zu verbieten, die Gewalt aus der NS-Zeit verherrlichen oder Antisemitismus rechtfertigen könnten.

Die Gerichtsentscheidung ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass Höcke in Bayern ein Redeverbot erteilt wurde. Ein ähnliches Verbot war im Februar in Lindenberg in Kraft getreten – ebenfalls auf Basis der neuen Rechtsvorschrift. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass Höckes frühere Äußerungen und seine rechtsextremen Positionen ein hohes Risiko darstellten, gegen die Bestimmung zu verstoßen.

Die AfD kritisierte das Urteil scharf und bezeichnete es als Angriff auf die Meinungsfreiheit. Die Partei kündigte an, gegen die Entscheidung vorzugehen und ihren juristischen Kampf für das, was sie als "Meinungsfreiheit in Bayern" bezeichnet, fortzusetzen.

Unterdessen haben linke Aktivisten eine große Anti-AfD-Demonstration in Seybothenreuth organisiert, die zeitgleich mit dem Parteitag stattfinden soll. Die Behörden rechnen mit einer hohen Teilnehmerzahl, da Demonstranten gegen die Präsenz der AfD in der Region protestieren wollen.

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Vor der Novelle der Gemeindeordnung 2025 gab es seitens der bayerischen Landesregierung keine bekannten rechtlichen oder politischen Schritte, um rechtsextreme Veranstaltungen in öffentlichen Räumen zu unterbinden. Die neue Regelung gibt Kommunen nun klarere Befugnisse, in solchen Fällen einzugreifen.

Das Gericht verbietet Höcke mit seinem Urteil, auf der AfD-Veranstaltung zu sprechen, und begründet dies mit der Sorge vor möglichen Verstößen gegen die aktualisierten bayerischen Gesetze. Die Entscheidung reiht sich in eine Serie von rechtlichen Einschränkungen für rechtsextreme Reden im Freistaat ein.

Die Proteste gegen die AfD werden wie geplant stattfinden und unterstreichen die anhaltenden Spannungen zwischen der Partei und ihren Gegnern. Das Ergebnis könnte beeinflussen, wie künftig Veranstaltungen mit umstrittenen Persönlichkeiten unter den neuen Regelungen gehandhabt werden.