Gericht zwingt TikTok zu mehr Transparenz bei Algorithmen und Meldewegen
Lara BauerVerbraucherzentrale: Gericht verpflichtet TikTok zu Änderungen - Gericht zwingt TikTok zu mehr Transparenz bei Algorithmen und Meldewegen
Ein bayerisches Gericht hat TikTok dazu verpflichtet, seine Benutzeroberfläche zu ändern – dies folgt auf eine Klage von Verbraucherschützern. Im Mittelpunkt des Urteils stehen die algorithmusgesteuerten Empfehlungen der App sowie die Meldung illegaler Inhalte. Das Oberlandesgericht Bamberg befand, dass wichtige Einstellungen zu schwer auffindbar und nutzbar seien.
Die Klage war vom Bayerischen Verbraucherschutzverband eingereicht worden, der argumentierte, TikToks Standardsystem verlasse sich zu stark auf die Analyse persönlicher Daten. Nutzer erhalten derzeit Videovorschläge basierend auf ihrem bisherigen Verhalten, doch die Option, dies abzuschalten, ist in Menüs versteckt. Kritiker monieren, dass es dadurch nahezu unmöglich sei, sich gegen datenbasierte Empfehlungen zu entscheiden.
Zudem übt das Gericht Kritik an der Handhabung von Meldungen über illegale Inhalte bei TikTok. Der korrekte Meldeweg war hinter einem unauffälligen Dropdown-Menü verborgen, was es Nutzern erschwerte, Verstöße zu melden. Die Richter entschieden, dass sowohl die Empfehlungseinstellungen als auch die Meldewerkzeuge besser zugänglich gemacht werden müssen.
Laut Urteil darf TikTok diese Optionen künftig nicht mehr in Untermenüs verbergen. Nutzer müssen personalisierte Empfehlungen einfach deaktivieren und Meldefunktionen ohne unnötige Umwege finden können. Stand 20. März 2026 gibt es keine öffentlichen Informationen dazu, wie oder wann TikTok die Änderungen umsetzen wird.
Das Urteil stellt einen bedeutenden Erfolg für den Bayerischen Verbraucherschutzverband dar. TikTok muss nun Teile seiner Oberfläche überarbeiten, um Transparenz und Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten. Die Änderungen werden beeinflussen, wie Millionen Nutzer mit dem Empfehlungssystem der App interagieren und schädliche Inhalte melden.






