Großrazzia in München: Zoll jagt Schwarzarbeit und Mindestlohn-Betrug in der Bauwirtschaft
Philipp KochGroßrazzia in München: Zoll jagt Schwarzarbeit und Mindestlohn-Betrug in der Bauwirtschaft
Münchens Hauptzollamt führt Razzia gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung durch
Am Montag, dem 16. Juni 2025, hat das Münchner Hauptzollamt unangekündigte Kontrollen durchgeführt, um nicht gemeldete Beschäftigungsverhältnisse und illegale Arbeit in der Bauwirtschaft aufzudecken. Rund 70 Beamte waren an der Aktion beteiligt und prüften Betriebe auf die Einhaltung von Meldepflichten, Sozialleistungsansprüchen und Mindestlohnvorschriften.
Im Rahmen der Kontrollen wurden etwa 140 Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen befragt. Die Beamten überprüften Unterlagen, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter ordnungsgemäß angemeldet sind, die Sozialabgaben korrekt abgeführt werden und der gesetzliche Mindestlohn eingehalten wird.
Nach den Überprüfungen wurden mehrere verwaltungsrechtliche und strafrechtliche Verfahren eingeleitet. Rund 30 Fälle wurden wegen des Verdachts auf Verstöße näher untersucht.
Trotz dieser Maßnahmen gab es zwischen 2021 und 2026 bundesweit keine flächendeckenden rechtlichen oder behördlichen Härtemaßnahmen gegen Bauunternehmen wegen wiederholter Verstöße gegen Mindestlohn- oder Sozialversicherungsbestimmungen.
Die Aktion unterstreicht die anhaltenden Probleme mit Schwarzarbeit in der Münchner Bauwirtschaft. Weitere Ermittlungen sollen klären, ob Strafen oder juristische Konsequenzen folgen. Bislang haben die Behörden noch keine übergreifenden politischen Maßnahmen als Reaktion auf die Erkenntnisse angekündigt.