14 March 2026, 06:02

Großrazzia nach Nürnberger Protesten gegen Rechtsextreme – Kritik an Polizeiaktion wächst

Eine Gruppe von Menschen hölt eine Fahne mit der Aufschrift "öffnet die Grenzen, rettet Leben, bekämpft Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Großrazzia nach Nürnberger Protesten gegen Rechtsextreme – Kritik an Polizeiaktion wächst

Knapp ein Jahr nach einer Gegenkundgebung in Nürnberg haben Staatsanwälte Razzien gegen mutmaßliche Teilnehmer durchgeführt. Die Aktion folgt einer Protestaktion gegen eine rechtsextreme Veranstaltung im April 2025, bei der ein Polizist leichte Verletzungen erlitt. Kritiker werfen den Behörden vor, die Reaktion falle im Vergleich zu den gemeldeten Vorfällen überzogen aus.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht eine Demonstration vom 26. April 2025 gegen eine Veranstaltung des rechtsextremen Netzwerks Gemeinsam für Deutschland (GFD). Über 2.000 Menschen, darunter Gewerkschafter, das Bündnis Nazi-Stopp und linke Gruppen, hatten sich versammelt, um gegen den Aufmarsch zu protestieren. Die Polizei ging mit Härte vor, dabei wurden 38 Gegendemonstranten verletzt und mehrere Personen festgenommen.

Hunderte Beamte durchsuchten später 24 Wohnungen in mehreren Bundesländern – gestützt auf Haftbefehle des Amtsgerichts Nürnberg wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch. Viele der Beschuldigten sollen nicht an koordinierten Aktionen beteiligt gewesen sein; die Vorwürfe beziehen sich auf verstreute Zwischenfälle im Laufe des Tages. Nach den Razzien protestierten fast 200 Antifaschisten vor dem Nürnberger Polizeipräsidium, wo ein großes Polizeiaufgebot bereitstand.

Die Aktion erinnert an den kürzlich eingestellten Rondenbarg-Prozess, in dem 86 Personen allein wegen der Teilnahme an einer Demonstration angeklagt worden waren. Seit Monaten kommt es in Nürnberg immer wieder zu rechtsextremen Aufmärschen der Gruppe Team Menschenrechte, die mit großflächigen Polizeisperren und Einschränkungen in der Innenstadt einhergehen.

Die Razzien erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen um rechtsextreme Kundgebungen in Nürnberg. Während die Staatsanwaltschaft sich auf kleinere Vorfälle konzentriert – darunter das Schubsen eines einzelnen Polizisten –, hinterfragen Kritiker das Ausmaß der Operation. Bisher wurden keine konkreten Details zu den genauen Vorwürfen oder Beweisen gegen die Betroffenen bekannt gegeben.

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