Gut Erching: Wie Tradition und regenerative Landwirtschaft verschmelzen
Philipp KochGut Erching: Wie Tradition und regenerative Landwirtschaft verschmelzen
Gut Erching: Historisches Anwesen bei München verbindet Tradition mit regenerativer Landwirtschaft
Seit 2018 gestaltet Julia Vogt-Selmayr das Schicksal von Gut Erching, einem 140 Hektar großen historischen Anwesen in der Nähe von München, neu. Ursprünglich bekannt für exklusive Aufenthalte und Reiterveranstaltungen, vereint der Betrieb heute bewährte Methoden mit regenerativen Ansätzen. Zu den jüngsten Veränderungen zählen neue Weidesysteme und der Abschied von veralteten Anbaumethoden.
Vor etwa sechs Jahren übernahm Vogt-Selmayr das in Hallbergmoos, Oberbayern, gelegene Gut. Das Anwesen beherbergt nicht nur moderne Landwirtschafts- und Gastgewerbebetriebe, sondern auch die unter Denkmalschutz stehende St.-Walburga-Kapelle aus dem 14. Jahrhundert. Ihr Sohn Josef, ein ausgebildeter Landwirtschaftsmeister, unterstützt sie seit drei Jahren bei der Arbeit.
Im Laufe der Zeit hat sie die Bewirtschaftung des Gutes grundlegend modernisiert: Die Bullenmast wurde bereits im Jahr 2000 eingestellt, und 2017 verzichtete man vollständig auf pflugbasierte Bodenbearbeitung. Kürzlich führte das Gut eine Mutterkuhhaltung ein und richtete eingezäunte Weideparzellen ein. Obwohl der Betrieb weiterhin konventionell wirtschaftet, integriert er zunehmend regenerative Methoden – unterstützt von der Berliner Beratungsfirma Klim GmbH, die auf klimafreundliche Landwirtschaft spezialisiert ist. Die Zusammenarbeit mit Klim hilft, Emissionen auszugleichen und nachhaltige Strategien zu verfeinern. Trotz aller Veränderungen bleibt Gut Erching ein Ort für Veranstaltungen, Übernachtungsgäste und Reiteraktivitäten – ein Stück lebendige Geschichte, das sich den Anforderungen moderner Landwirtschaft stellt.
Die Verbindung von Erbe und Innovation spiegelt Vogt-Selmayrs langfristige Vision wider. Regenerative Praktiken ergänzen nun die traditionelle Bewirtschaftung, während Kapelle und Herrenhaus weiterhin das Herzstück des Anwesens bilden. Durch die Zusammenarbeit mit Klimaexperten stellt das Gut sicher, dass seine Aktivitäten im Einklang mit ökologischen Zielen stehen.