Hamburgs Staatsoper setzt mit Monstroses Paradies ein mutiges kulturelles Zeichen
Philipp KochHamburgs Staatsoper setzt mit Monstroses Paradies ein mutiges kulturelles Zeichen
Hamburgs Staatsoper präsentiert Monstroses Paradies – ein mutiges neues Werk von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek
Die Hamburgische Staatsoper hat mit Monstroses Paradies, einer kühnen neuen Oper der Komponistin Olga Neuwirth und der Schriftstellerin Elfriede Jelinek, ein Zeichen gesetzt. Die Uraufführung bildete einen Höhepunkt für das Haus und wurde vom neuen Intendanten bewusst gewählt, um seine Amtszeit einzuläuten. Gleichzeitig formiert sich eine Initiative, in der prominente Persönlichkeiten für den Erhalt des Lateinunterrichts an Schulen kämpfen.
Die Premiere von Monstroses Paradies erntete begeisterten Zuspruch: Neuwirths markante Partitur und Jelineks scharfzüngiges Libretto verschmolzen zu einem faszinierenden Ganzen. Regisseur Tobias Kratzer und Bühnenbildner Rainer Sellmaier verankerten die Inszenierung in realen Bezügen und verleihen den surrealen Themen damit zusätzliche Tiefe. Als besonderer Höhepunkt des Abends spielte die Pianistin Elisabeth Leonskaja Schuberts Fantasie in f-Moll – ein weiterer Glanzpunkt des Programms.
Die Hauptrolle übernahm der Sänger Georg Nigl, dessen Darstellung der Produktion Halt gab. Die Wahl von Monstroses Paradies als Eröffnungsstück unterstreicht den Willen des Intendanten, mutige, zeitgenössische Werke zu fördern.
Unterdessen gewinnt eine Petition mit dem Titel Latein ist kein Luxus – es ist Bildung an Fahrt. Sie fordert die Bildungsministerin auf, Latein als Schulfach zu erhalten. Zu den 88 prominenten Unterstützern zählen der Dramatiker Peter Handke, der Physiker und Nobelpreisträger Anton Zeilinger sowie weitere Nobel laureate Persönlichkeiten. Die Kampagne findet zudem Rückhalt bei Schriftstellern, Ärzten, Schauspielern und Politikern. Wer die Initiative unterzeichnen möchte, kann dies auf aufstehn.at tun.
Die Uraufführung von Monstroses Paradies setzt einen mutigen Akzent für die Hamburgische Staatsoper unter ihrer neuen Leitung. Gleichzeitig zeigt die Petition zum Schutz des Lateinunterrichts, wie kulturelle und bildungspolitische Debatten die Öffentlichkeit bewegen. Beide Ereignisse verdeutlichen, wie Tradition und Innovation gleichermaßen unsere Gesellschaft prägen.