04 March 2026, 02:20

Heizungsgesetz-Reform: Bundesregierung lockert Vorschriften für erneuerbare Energien und riskiert Klimaziele

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text.

Chef des Wirtschaftsrats warnt vor neuem Heizungsgesetz - Heizungsgesetz-Reform: Bundesregierung lockert Vorschriften für erneuerbare Energien und riskiert Klimaziele

Die deutsche Bundesregierung hat Pläne zur Reform des umstrittenen Heizungsgesetzes bekannt gegeben. Die Änderungen sollen die Vorschriften für Hausbesitzer lockern, die ihre Heizsysteme austauschen, und die bisherige Vorgabe von 65 Prozent erneuerbare Energien abschaffen. Kritiker warnen jedoch, dass der neue Ansatz finanzielle Risiken bergen und den Klimaschutz verlangsamen könnte.

Im Rahmen der Reform entfällt die strenge Pflicht für erneuerbare Energien in neuen Heizungsanlagen. Stattdessen wird eine "Grüngas-Quote" eingeführt, die es ermöglicht, Gas- und Ölheizungen weiter zu betreiben, sofern sie Klimakompensationsziele erfüllen. Diese Quoten sollen ab 2028 gelten.

Die Neuregelung zielt darauf ab, die Kosten für Hausbesitzer zu senken, doch es gibt Bedenken hinsichtlich der langfristigen Bezahlbarkeit. Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, argumentierte, dass der Einsatz fossiler Heizungen zu einer "Kostenfalle" werden könnte, da der EU-Emissionshandel die Preise in die Höhe treibt. Zudem warnte sie, die Reform schaffe "neue Unsicherheiten" für Haushalte und Unternehmen.

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Schnitzer schlug stattdessen eine andere Lösung vor: Bürokratie abzubauen, um klimafreundliche Technologien leichter zugänglich zu machen. Sie stellte infrage, ob grüne Brennstoffe jemals wettbewerbsfähig sein würden, und äußerte Zweifel an der Wirksamkeit der Reform bei der Erreichung der Klimaziele.

Die Entscheidung der Regierung spiegelt einen Wandel hin zu einer flexibleren, technologieneutralen Politik wider. Allerdings konzentriert sich die Reform allein auf Heizsysteme und lässt Emissionen aus Verkehr und Industrie außer Acht.

Das überarbeitete Heizungsgesetz streicht die 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien und bietet kurzfristige finanzielle Entlastung. Experten verweisen jedoch auf Risiken wie steigende Folgekosten und die unklare Verfügbarkeit grüner Brennstoffe. Der Erfolg der Reform wird davon abhängen, ob klimafreundliche Alternativen bezahlbar und flächendeckend verfügbar werden.