Hoeneß und Merz kritisieren Arbeitsmoral – warum junge Generationen anders ticken
Elias FrankeHoeneß und Merz kritisieren Arbeitsmoral – warum junge Generationen anders ticken
FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß unterstützt Kanzler Friedrich Merz' Kritik an der deutschen Arbeitsmoral
Hoeneß wirft jüngeren Generationen vor, sie würden Work-Life-Balance heute höher bewerten als finanziellen Erfolg. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der traditionelle Arbeiterparteien bei ihrer einstigen Kernklientel – den Arbeitnehmern – zunehmend an Zuspruch verlieren.
Der Bayern-Boss betonte, dass Leidenschaft für den Beruf Vorrang vor Freizeit haben solle. Viele junge Menschen legten heute mehr Wert auf Muße als auf Verdienst, so Hoeneß. Eine direkte Schuld der aktuellen Regierung an diesem Wertewandel wies er jedoch zurück.
Die SPD, einst als Stimme der Arbeiterschaft gesehen, hat besonders bei Facharbeitern an Rückhalt eingebüßt. Bei den jüngsten Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg konnte die rechtspopulistische AfD deutliche Zugewinne in dieser Wählergruppe verzeichnen. Die Niederlage der SPD in Rheinland-Pfalz löste innerparteiliche Kritik aus: Einige Mitglieder werfen der Führung vor, sie habe sich zu sehr auf Sozialleistungen konzentriert und die leistungsbereite Mittelschicht vernachlässigt.
Noch vor Merz' Kanzlerschaft hatten SPD und CDU unter dem Motto "Leistung muss sich in Deutschland wieder lohnen" Wahlkampf geführt. Bisher fehlen jedoch konkrete Reformen seiner Regierung, die diesen Grundsatz umsetzen. Zwar treibt die CDU Änderungen am Bürgergeld (Arbeitslosengeld) voran, doch Gesetze, die Arbeitsleistung explizit über Work-Life-Balance stellen, blieben aus.
Hoeneß' Aussagen unterstreichen den wachsenden Graben zwischen traditionellen Arbeitswerten und modernen Prioritäten. Der schwindende Einfluss der SPD bei Arbeitnehmern hat der AfD in Schlüsseregionen Tür und Tor geöffnet. Bisher hat Merz' Regierung jedoch keine gesetzlichen Schritte unternommen, um die Entwicklung aufzuhalten.






