31 March 2026, 14:02

Homophober Angriff in Hamburger U3: Täter wegen Beleidigung verurteilt

Schwarzes und weißes Plakat mit der Aufschrift "Vergewaltigung auf Vergewaltigung oder die Gerechtigkeit, die in ihrer eigenen Falle gefangen ist" in fetter schwarzer Schrift, wahrscheinlich Ankündigung einer Comedy-Show.

Homophober Angriff in Hamburger U3: Täter wegen Beleidigung verurteilt

Homophober Angriff in Hamburger U3 endet mit Verurteilung

Ein homophober Übergriff in der Hamburger U-Bahn-Linie U3 hat zu einer Verurteilung geführt. In der Nacht zum 20. Oktober 2024 wurde Tibor P. von Michael W. verbal beleidigt, der zudem einen Zeugen bedrohte, der eingreifen wollte. Das Gericht verurteilte den Täter später zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro wegen Beleidigung und Bedrohung.

Der Vorfall begann, als Michael W. Tibor P. mit abwertenden Kommentaren zu dessen Äußerem anging, darunter abfällige Bemerkungen über dessen Lackschuhe. Tibor P. schilderte später, sich während der Konfrontation überfordert, gedemütigt und verängstigt gefühlt zu haben.

Ein Passant versuchte, Tibor P. zu verteidigen, doch Michael W. reagierte mit Drohungen. Zwar bestritt er im Prozess jede körperliche Gewalt, gestand aber die verbale Attacke ein. Während der Verhandlung entschuldigte sich Michael W. mit den Worten: "Ich kann nicht erklären, was passiert ist. Aber ich möchte mich dafür entschuldigen." Tibor P. nahm die Entschuldigung an und erwiderte: "Ich wäre froh, wenn Sie so etwas nie wieder tun würden."

Das Gericht sprach Michael W. der Beleidigung und Bedrohung schuldig und verhängte eine Geldstrafe von 1.200 Euro, aufgeteilt in 150 Tagessätze.

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Der Fall steht in einem größeren Kontext: Die Zahl queerenfeindlicher Hassverbrechen in Deutschland steigt weiter an. Allein im vergangenen Jahr wurden 2.048 solche Vorfälle registriert – zehnmal so viele wie noch 2010.

Die Verurteilung sendet ein klares rechtliches Signal gegen homophobe Angriffe im öffentlichen Nahverkehr. Während Michael W. die Strafe begleichen muss, versucht Tibor P., den Vorfall hinter sich zu lassen. Gleichzeitig unterstreicht der Fall einen besorgniserregenden Trend: Die gemeldeten Hassverbrechen gegen LGBTQ+-Personen in Deutschland erreichen Rekordwerte.

Quelle