Indra Baier-Müller verlässt Freie Wähler nach sechs Jahren als Landrätin
Philipp KochStadtrat im Oberallgäu tritt nach Mandatsrückzug aus Partei aus - Indra Baier-Müller verlässt Freie Wähler nach sechs Jahren als Landrätin
Indra Baier-Müller, Landrätin des Landkreises Oberallgäu, hat die Freien Wähler (FW) nach sechs Jahren verlassen. Ihr Austritt erfolgt nur wenige Wochen, nachdem sie bekannt gegeben hatte, bei der anstehenden Kommunalwahl nicht mehr für eine Wiederwahl anzutreten. Der Schritt folgt wachsenden Meinungsverschiedenheiten über die Ausrichtung der Partei auf Landesebene.
Baier-Müller sorgte erstmals 2020 für Schlagzeilen, als sie das Amt der Landrätin für die Freien Wähler gewann. Ihr Sieg gegen den CSU-Kandidaten Alfons Hörmann markierte einen Wandel und beendete jahrzehntelange CSU-Dominanz im Oberallgäu. Der Erfolg galt als Überraschung, angesichts der langjährigen Vorherrschaft der CSU in der Region.
Im vergangenen Jahr kündigte sie an, keine zweite Amtszeit anzustreben. Am 13. März 2026 trat sie schließlich offiziell aus den Freien Wählern aus. In ihrer Erklärung nannte sie grundlegende Differenzen zur strategischen Ausrichtung der Partei als Hauptgrund für ihren Rückzug.
Die bevorstehende Wahl hat bereits eine erste Runde hinter sich, in der der FW-Kandidat Christian Wilhelm zunächst führte. Mittlerweile geht jedoch der CSU-Bewerber Thomas Eigstler als Favorit in die Stichwahl. Bisher gibt es keine weiteren Hinweise auf eine mögliche künftige Zusammenarbeit zwischen den Parteien.
Mit Baier-Müllers Austritt verlieren die Freien Wähler ihre bekannteste lokale Persönlichkeit. Die Stichwahl wird nun zeigen, ob die CSU das Amt der Landrätin zurückerobert. Ihr Rückzug unterstreicht zudem die anhaltenden Spannungen innerhalb der Partei über deren politische Ausrichtung.






