IT-Panne bei AOK Bayern blockiert tausende elektronische Patientenakten vorübergehend
Philipp KochIT-Panne bei AOK Bayern blockiert tausende elektronische Patientenakten vorübergehend
Systemumstellung bei der AOK Bayern führt zu schweren Störungen bei elektronischen Patientenakten (ePA)
Eine Systemmigration bei der AOK Bayern hat zu erheblichen Beeinträchtigungen der elektronischen Patientenakten (ePA) geführt. Rund 6.400 Datensätze waren nach einem IT-Fehler vorübergehend gesperrt – betroffen waren etwa 0,14 Prozent der Versicherten. Mittlerweile ist das Problem behoben, und die Akten sind wieder zugänglich.
Ausgelöst wurde die Störung durch einen Fehler der IT-Dienstleister der AOK Bayern während eines Systemupdates. Dadurch wurden elektronische Patientenakten zeitweise blockiert, allerdings gingen keine Daten dauerhaft verloren. Die Versicherten wurden über das Problem informiert und aufgefordert, sich bei dringendem Bedarf an medizinische Unterlagen an ihre behandelnden Ärzte zu wenden.
Die AOK Bayern arbeitet seit dem Vorfall mit IT-Experten sowie der gematik – der für die digitale Gesundheitsinfrastruktur zuständigen Stelle – zusammen, um die betroffenen Akten wiederherzustellen. Zwar wurden die gesperrten Datensätze bereits neu angelegt und sind nun abrufbar, doch die vollständige Wiederherstellung dauert noch an. Ein konkretes Fertigstellungsdatum wurde nicht genannt.
Der Krankenversicherer betonte, dass es keinen Sicherheitsvorfall gegeben habe und kein unbefugter Zugriff durch Dritte festgestellt wurde. Anders als bei früheren Zwischenfällen mit dem ePA-System – bei denen unberechtigte oder fehlerhafte Widersprüche zu Löschungen von Akten führten – blieb der aktuelle Fall auf die AOK Bayern beschränkt. In den vergangenen zwei Jahren haben keine anderen gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland vergleichbare großflächige IT-Störungen bei ihren elektronischen Patientenakten gemeldet.
Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen beim ePA-System, auch wenn diesmal keine Daten unwiederbringlich verloren gingen. Die AOK Bayern versicherte ihren Mitgliedern, dass die Akten nun wieder verfügbar seien, doch die vollständige Behebung der Folgen dauere noch an. Als Ursache wurde ein interner IT-Fehler identifiziert; Hinweise auf externe Einwirkungen gibt es nicht.