16 February 2026, 10:07

Jacques Tillys Karnevalswagen sorgen für Ärger – trotz Schnee und Putin-Klage

Ein geschmückter Karnevalswagen mit Statuen und Blumen, umgeben von Gebäuden, Bäumen, Pfählen und Drähten, mit dem Himmel oben

Feierwütige, zieht warm an! An Rosenmontag regnet es nicht nur Süßes - Jacques Tillys Karnevalswagen sorgen für Ärger – trotz Schnee und Putin-Klage

Düsseldorfs Rosenmontagszug präsentiert erneut die frechen und satirischen Wagen von Jacques Tilly

Der Künstler, bekannt für seine scharfsinnigen und respektlosen Entwürfe, ist längst eine feste Größe in der Karneval 2026. Doch in diesem Jahr sorgen seine Werke für juristischen Ärger: Russlands Präsident Wladimir Putin verklagt Tilly wegen früherer, wenig schmeichelhafter Darstellungen.

Tillys Wagen brechen seit jeher Tabus und verbinden Humor mit politischer Gesellschaftskritik. Seine früheren Kreationen sind weiterhin online einsehbar und zeigen seinen unverwechselbaren Stil. Doch der diesjährige Umzug steht unter einem besonderen Vorzeichen: Putins Klage gegen den Künstler wirft ihre Schatten voraus.

Das Fest selbst findet unter widrigen Wetterbedingungen statt. Die Vorhersagen sagen für den Rosenmontag eine Mischung aus Schnee und Regen voraus – die Feierlaune wird das allerdings kaum dämpfen. Die Besucherzahlen bleiben hoch: Allein die Kölner Umzüge 2025 lockten 2,1 Millionen Menschen an, während die genauen Zahlen für Düsseldorf und Mainz noch ausstehen.

Für eine Beobachterin wird der Karneval in diesem Jahr allerdings ausfallen. In Münsterland aufgewachsen, einer Region mit tiefer Karnevalstradition, feierte sie einst begeistert mit, bis die Begeisterung nachließ. Heute halten sie berufliche Verpflichtungen ganz fern. Doch selbst Skeptiker könnten durch den innigen "Liebesbrief an den Karneval" einer Kollegin ins Zweifeln geraten.

Trotz des Rechtsstreits werden Tillys Wagen durch Düsseldorf rollen. Der Zug findet statt – bei Regen oder Schnee –, wie es die lange Tradition verlangt. Wer nicht dabei sein kann, dem bleibt das Erbe des Festes – und seine Kontroversen – auch über die Feiertage hinaus im Gedächtnis.