16 February 2026, 08:01

Kallas kontert US-Kritik: "Europa steht nicht vor dem Untergang"

Ein Plakat mit der Freiheitsstatue, die eine Fackel hält und mehrere nationale Flaggen zeigt, mit der Aufschrift 'Der Kampf der Vereinten Nationen für die Freiheit' oben.

Kallas kontert US-Kritik: "Europa steht nicht vor dem Untergang"

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz kam es zu scharfen Wortgefechten über die Zukunft der transatlantischen Beziehungen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wies Vorwürfe zurück, Europa stehe vor einem "zivilisatorischen Untergang", und konterte damit Kritik aus der US-amerikanischen Sicherheitsstrategie. Ihre Äußerungen folgten auf eine Rede des US-Außenministers Marco Rubio, der zwar die Verbundenheit Amerikas mit Europa betonte, in zentralen politischen Fragen aber unnachgiebig blieb.

In ihrer Ansprache auf der Konferenz lehnte Kallas das, was sie als "Europa-Bashing" bezeichnete, entschieden ab und verteidigte die Rolle des Kontinents als Treiber globalen Fortschritts. Europa bleibe eine treibende Kraft für Menschenrechte und Innovation, entgegnete sie Vorwürfen, der Kontinent schwäche sich durch Migration, niedrige Geburtenraten oder Identitätsverlust selbst.

Ihre Stellungnahme erfolgte einen Tag nach Rubios Auftritt beim selben Event. Zwar versicherte der US-Minister, die USA strebten kein Ende der transatlantischen Partnerschaft an, machte aber deutlich, dass Washington in Fragen wie Migration, Handel und Klimapolitik nicht nachgeben werde. Rubios Rede präsentierte die amerikanische Haltung als sowohl unterstützend als auch kompromisslos in eigenen Prioritäten.

Kallas würdigte zwar Rubios Zusicherung, dass die USA und Europa trotz Differenzen eng verbunden blieben. Gleichzeitig verwies sie auf jüngste US-Kritik an Europas Migrationspolitik und gesellschaftlichem Zusammenhalt – betonte jedoch, dass die Vielfalt und Offenheit des Kontinents Stärken und keine Schwächen seien.

Auch der britische Premierminister Keir Starmer meldete sich zu Wort und rief Europa auf, seine "lebendigen, freien und vielfältigen Gesellschaften" zu verteidigen. Er argumentierte, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft friedlich zusammenleben könnten, und unterstrich damit Kallas' Plädoyer für die Werte des Kontinents.

Die Konferenz offenbarten sowohl Einheit als auch Spannungen zwischen den USA und Europa. Kallas' Zurückweisung der "Untergangsthesen" und Rubios unbeugsame Haltung in Sachfragen prägten den Ton der weiteren Debatten. Die Austausche zeigten: Die Beziehung bleibt unverzichtbar, muss sich aber an veränderte Prioritäten auf beiden Seiten des Atlantiks anpassen.