Kemptens Haushalt 2026: Sparen reicht nicht gegen Schulden und steigende Kreisumlagen
Finn HerrmannKemptens Haushalt 2026: Sparen reicht nicht gegen Schulden und steigende Kreisumlagen
Kempten verabschiedet Haushalt 2026 nach strengen Sparmaßnahmen – finanzielle Belastungen bleiben
Kempten hat seinen Haushalt für 2026 nach strikten Kostensenkungen verabschiedet, doch die finanziellen Herausforderungen bestehen fort. Die Stadt kämpft mit steigenden Schulden, stark anwachsenden Kreisumlagen und schrumpfenden Investitionsmitteln – trotz höherer Steuereinnahmen. Beamte warnen, dass sich die Lage ohne weitere Gegenmaßnahmen in den kommenden Jahren weiter verschärfen könnte.
Das Gesamtvolumen des Haushalts 2026 beläuft sich auf 327,4 Millionen Euro, ein Plus von 9 Millionen Euro gegenüber 2025. Dieser Anstieg speist sich aus 7,84 Millionen Euro zusätzlichen Steuereinnahmen und Zuwendungen sowie 1,52 Millionen Euro höheren Verwaltungserträgen. Gleichzeitig steigen jedoch auch die Ausgaben deutlich, insbesondere die Personalkosten, die nun 85,57 Millionen Euro betragen – 3,16 Millionen Euro mehr als im Vorjahr – und das trotz Einstellungsstopp und zehn unbesetzten Stellen.
Eine der größten finanziellen Belastungen ist die Kreisumlage, die 2026 um 10 Millionen auf 35 Millionen Euro steigt. Der Anstieg beginnt bereits 2025 mit 3,26 Millionen Euro und soll bis 2029 auf voraussichtlich rund 4,545 Millionen Euro klettern. Gleichzeitig sinkt der Vermögenshaushalt auf 56,7 Millionen Euro – 1,4 Millionen Euro weniger als 2025 –, wobei 54,1 Millionen Euro für Investitionen vorgesehen sind.
Auch die Verschuldung gibt Anlass zur Sorge. Die Nettokreditaufnahme wird 2026 voraussichtlich 55 Millionen Euro erreichen, und Prognosen zeigen, dass die gesetzliche Schuldenobergrenze von 76 Millionen Euro ab 2028 überschritten wird. Bis die Bezirksregierung Schwaben die Haushaltssatzung Kemptens genehmigt, darf die Stadt nur rechtlich oder vertraglich bindende Ausgaben tätigen. Die Mittel für Gebäude- und Straßeninstandhaltung wurden bereits gekürzt, während die Kultur- und Sozialbereiche verschont blieben.
Zwar ist der Haushalt Kemptens vorerst stabilisiert, doch ein Vergleich mit anderen schwäbischen Landkreisen wie Unterallgäu und Ostallgäu deutet auf übergeordnete regionale Spannungen hin. Allerdings bleiben die genauen Entwicklungen der Kreisumlagen in Bayern über das letzte Jahrzehnt unklar, da öffentlich zugängliche Daten begrenzt sind.
Der Haushalt 2026 spiegelt ein labiles Gleichgewicht zwischen wachsenden Einnahmen und explodierenden Kosten wider. Da die Schuldengrenze in zwei Jahren überschritten wird und die Investitionsmittel schrumpfen, hängt die finanzielle Stabilität Kemptens von künftigen Ausgabenkontrollen und möglichen externen Genehmigungen ab. Die stark steigende Kreisumlage belastet die Stadt zusätzlich und lässt weniger Spielraum für Instandhaltungs- und Entwicklungsprojekte.






