Kerosinpreise explodieren: Warum Airlines jetzt um ihre Zukunft kämpfen
Finn HerrmannKerosinpreise explodieren: Warum Airlines jetzt um ihre Zukunft kämpfen
Steigende Kerosinpreise erschüttern den europäischen Flugverkehr
Ein drastischer Anstieg der Kerosinpreise im vergangenen Jahr hat den Flugverkehr in Europa durcheinandergebracht. Der Preisschub, angetrieben durch geopolitische Spannungen, zwingt Airlines dazu, ihre Betriebsabläufe anzupassen – während einige Flüge streichen, erweitern andere ihr Streckennetz. Die Lufthansa scheint jedoch dank starker Nachfrage und einer klugen Treibstoffstrategie besser aufgestellt zu sein als viele Konkurrenten.
Zwischen Anfang 2025 und März 2026 verdoppelten sich die Kerosinpreise innerhalb von nur zehn Tagen, vor allem wegen der eskalierenden Konflikte im Iran. Daten des Jet-Kerosin-FOB-Singapur-Index sowie der Preissprung in Vietnam am 19. März um 7.994 Đồng pro Liter verdeutlichten den plötzlichen Kostenschub. Die Folgen waren sofort spürbar: SAS strich im April 1.000 Flüge, nachdem bereits im März Hunderte gestrichen worden waren – das Unternehmen kämpft mit ungesicherten Treibstoffkosten. Norwegian hingegen fügte 120 zusätzliche Flüge hinzu, ein Zeichen für mehr Anpassungsfähigkeit.
Auch die Lufthansa hatte mit Herausforderungen zu kämpfen, darunter ein kürzlich stattgefundener Langstreckenflug, der kurz nach dem Start in München wegen eines technischen Problems umkehren musste. Dennoch bleibt die finanzielle Perspektive des Unternehmens stabil. Analysten verweisen auf die anhaltend starke Reisenachfrage und vergleichsweise niedrigere Treibstoffkosten als entscheidende Vorteile. Zudem passt das Unternehmen seine Absicherungsstrategie für Kerosin an, um sich gegen künftige Preisschwankungen zu wappnen.
Während die Ticketpreise für Langstreckenflüge steigen und die Gewinnmargen bei weniger vorbereiteten Airlines schrumpfen könnten, wirkt die Marktposition der Lufthansa vorerst gesichert.
Kerosin-Preisschock offenbart Schwächen der Branche Die plötzliche Preiserhöhung bei Kerosin hat die Verwundbarkeit der Flugbranche schonungslos offengelegt: SAS und andere Airlines müssen unter finanziellen Druck Flüge streichen. Die Lufthansa profitiert zwar von ihrer angepassten Absicherungsstrategie und der starken Nachfrage, doch die steigenden Kosten könnten letztlich auch bei ihr zu höheren Ticketpreisen führen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie gut sich die Airlines an die anhaltende Volatilität der Treibstoffpreise anpassen können.






