02 February 2026, 10:04

Lidl, Aldi und Norma senken Fleischpreise – doch Tierwohl könnte sie teurer machen

Eine Vitrine in einer Metzgerei mit verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten in Schalen, jeweils mit Preisschildern, und einer Texttafel im Hintergrund.

Lidl, Aldi und Norma senken Fleischpreise – doch Tierwohl könnte sie teurer machen

Deutsche Supermärkte senken die Preise für Fleisch- und Wurstwaren – nach zuvor bereits erfolgten Rabatten bei Milchprodukten. Die Maßnahme fällt in eine Phase, in der der Handel auf höhere Tierwohlstandards umsteigt, was langfristig zu steigenden Kosten führen könnte. Die Discounter Aldi, Lidl und Norma haben bereits dauerhafte oder vorübergehende Preissenkungen angekündigt.

Norma reduzierte im Januar 2026 die Preise für verschiedene Wurstwaren um bis zu 10 %. Aldi zog nach und kündigte dauerhafte Nachlässe auf bestimmte Frischfleisch- und Wurstsorten an. Aldi Süd bestätigte zudem, ab Mitte Januar kein Frischfleisch mehr aus der niedrigsten Haltungskategorie (Haltungsform 1) anzubieten.

Lidl wiederum strebt an, den Anteil von Frischgeflügel aus höheren Tierwohlstufen bis 2026 auf mindestens 33 % zu erhöhen. Trotz dieser Verbesserungen beim Tierschutz bleiben Landwirte unter finanziellen Druck: Von den rund 10 Euro, die Verbraucher pro Kilogramm Fleisch im Einzelhandel zahlen, erhalten sie im Schnitt nur etwa 3 Euro – der Rest entfällt auf Verarbeitung, Transport und Handelsaufschläge.

Die Preissenkungen erfolgen nach monatelangen Protesten der Landwirte wegen sinkender Milch- und Butterpreise. Im Dezember 2025 hatte es Blockaden an Lidl-Verteilzentren gegeben. Zwar liegen keine spezifischen Daten zu den Milchpreisentwicklungen seit Beginn der Fleischrabatte vor, doch offizielle Statistiken zeigen, dass die Verbraucherpreise 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % stiegen.

Die jüngsten Preissenkungen bei Fleisch und Wurst bringen den Verbrauchern kurzfristig Entlastung. Langfristig könnte der Umstieg auf höhere Tierwohlstandards jedoch zu steigenden Kosten führen. Die Supermärkte müssen niedrigere Preise mit nachhaltigen Veränderungen in der Beschaffung tierischer Produkte in Einklang bringen.