Massiver Betrug mit Sprachtests: Wie Migranten in Nürnberg falsche Einbürgerungszertifikate erhielten
Philipp KochBetrug bei Deutschen und Einbürgerungstests: Mehrere Festnahmen - Massiver Betrug mit Sprachtests: Wie Migranten in Nürnberg falsche Einbürgerungszertifikate erhielten
Deutsche Polizei deckt flächendeckenden Betrug mit gefälschten Sprach- und Einbürgerungstests auf in Nürnberg
Bei der bundesweit operierenden Masche ließen sich Migrantinnen und Migranten von muttersprachlichen Deutschsprechern gegen Bezahlung Prüfungen abnehmen. Mindestens zwölf Personen stehen mittlerweile in Verbindung mit dem Betrugsring unter strafrechtlicher Untersuchung oder wurden festgenommen.
Erstmals aufgedeckt wurde der Skandal im Oktober 2025, als die Behörden in Nürnberg auffällige Prüfergebnisse untersuchten. Bis Dezember wurden in einer Sprachschule in Nordrhein-Westfalen zehn Personen als Prüfungserschleicher überführt, die gegen eine Gebühr von 2.500 bis 6.000 Euro pro Test echte Zertifikate für Migranten besorgten – etwa für Aufenthalts- oder Einbürgerungsanträge.
Ein 39-jähriger Iraker, der als mutmaßlicher Drahtzieher gilt, wurde festgenommen und befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Die Betrüger nutzten gefälschte Dokumente mit eigenen Fotos, aber den persönlichen Daten der eigentlichen Prüfungsteilnehmer, um die Prüfer zu täuschen. Im Januar 2026 wurde zudem ein 22-jähriger Deutscher bei dem Versuch festgenommen, eine Prüfung als Strohmann abzulegen.
Mittlerweile hat sich die Ermittlung auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet; die Polizei rechnet mit Dutzenden weiteren Fällen. Bisher sitzen zwei Verdächtige in Haft: der Hauptbeschuldigte sowie ein Vermittler aus Nürnberg. Der Betrug wirft Fragen nach der Glaubwürdigkeit des deutschen Einbürgerungsverfahrens auf.
Die laufenden Ermittlungen führten bereits zu zwölf Festnahmen oder Strafverfahren. Die Behörden warnen, dass die Gesamtzahl der Fälle am Ende im hohen zweistelligen Bereich liegen könnte. Durch die erschlichenen Zertifikate erhielten Migranten unter falschen Angaben Aufenthaltsgenehmigungen oder sogar die Staatsbürgerschaft. Die Polizei fahndet weiterhin bundesweit nach den Beteiligten des Betrugsnetzwerks.