04 April 2026, 16:02

Matterhorn-Besteigung ohne Erfahrung: Warum Influencer Bergretter in Alarmbereitschaft versetzen

Alte Zeitung "Glasnik" aus Januar 1918 mit einem Schwarz-Weiß-Foto einer Gruppe von Menschen, die einen Berg besteigen.

Matterhorn-Besteigung ohne Erfahrung: Warum Influencer Bergretter in Alarmbereitschaft versetzen

Eine kürzliche Besteigung des Matterhorns durch den norwegischen Influencer Magnus Midtbø hat unter Bergsport-Experten eine Debatte ausgelöst. Sein YouTube-Video vom Aufstieg, das bereits 2,7 Millionen Mal aufgerufen wurde, zeigt ihn bei der Bewältigung des Gipfels – ohne vorherige alpinerfahrung oder Begleitung durch einen Bergführer. Kritiker warnen, dass solche Aktionen leichtsinniges Verhalten in den Bergen fördern und damit Menschenleben gefährden.

Midtbøs Unterfangen stieß auf scharfe Kritik von Christoph Pirchmoser vom Österreichischen Alpenverein (ÖAV). Pirchmoser bezeichnete den Influencer als "extrem glücklich", keinen Unfall erlitten zu haben. Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein (DAV) hingegen sieht in Berg-Influencern vor allem Adrenalinjunkies und weniger Vertreter eines breiteren Trends.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Midtbø. Auch andere Online-Persönlichkeiten haben sich an Bergen wie der Zugspitze versucht – oft mit geringer Vorbereitung. In einem Fall musste die Bergwacht Bayern zwei junge Wanderer in den Allgäuer Alpen retten, nachdem sie eine anspruchsvolle Route auf Basis von TikTok-Tipps geplant hatten. Roland Ampenberger von der Bergwacht Bayern macht soziale Medien für die Verbreitung von Hedonismus und Selbstinszenierung im Bergsport verantwortlich.

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Anjan Truffer von Air Zermatt warnt, dass soziale Medien Menschen zu immer riskanteren Unterfangen verleiten. Alpenvereine im deutschsprachigen Raum setzen mittlerweile auf eigene Plattformen, um über die Gefahren in den Bergen aufzuklären. Offizielle Statistiken, die belegen, wie viele Rettungseinsätze in den letzten Jahren direkt auf den Einfluss sozialer Medien zurückgehen, gibt es jedoch nicht.

Die Diskussion zeigt die wachsende Sorge über unvorbereitete Bergsteiger, die sich von Online-Inhalten inspirieren lassen. Rettungskräfte und Alpenvereine betonen weiterhin die Bedeutung von fundierter Ausbildung und Vorsicht. Ohne klarere Daten bleibt der genaue Einfluss sozialer Medien auf die Sicherheit in den Bergen jedoch schwer messbar.

Quelle