Mecklenburg-Vorpommern drohen 160 Millionen Euro Agrarverluste durch EU-Kürzungen
Lara BauerBackhaus: Ländliche Regionen dürfen nicht vernachlässigt werden - Mecklenburg-Vorpommern drohen 160 Millionen Euro Agrarverluste durch EU-Kürzungen
Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern stehen vor möglichen jährlichen Verlusten von über 160 Millionen Euro aufgrund geplanter Kürzungen der EU-Agrarsubventionen. Die Reduzierungen, die Teil der vorgeschlagenen Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2028 sind, haben bei regionalen Verantwortungsträgern Besorgnis ausgelöst. Agrarminister Till Backhaus warnte, die Kürzungen könnten mehr als 1.000 Betriebe im Land schwer treffen.
Die von der EU geplanten Reformen sehen Obergrenzen und eine degressiv gestaffelte Förderung für größere landwirtschaftliche Betriebe vor. Dadurch könnten die Agrarsubventionen in ganz Europa um Hundertmillionen gekürzt werden. Backhaus kritisierte die aktuellen Finanzierungspläne scharf und argumentierte, sie berücksichtigten nicht ausreichend die übergeordnete Rolle der GAP bei der Förderung der ländlichen Entwicklung.
Auf der Agrarministerkonferenz (AMK) in Bad Reichenhall, Bayern, brachte Backhaus zudem ein weiteres drängendes Problem zur Sprache: die Düngemittelverordnung. Aktuelle Gerichtsurteile haben durch die Anfechtung von Regelungen zu nitratbelasteten Gebieten Rechtsunsicherheit geschaffen. Gemeinsam mit Brandenburg forderte er klarere, rechtssichere Leitlinien, um den Landwirten Planungssicherheit zu geben.
Der Minister betonte, dass die GAP-Mittel nicht nur direkte Zahlungen an Landwirte umfassen, sondern auch Infrastrukturprojekte, Umweltmaßnahmen und Gemeinschaftsinitiativen in ländlichen Regionen finanzieren.
Sollten die geplanten Kürzungen tatsächlich umgesetzt werden, verliert der Agrarsektor in Mecklenburg-Vorpommern einen erheblichen Teil seiner EU-Förderung. Die Änderungen würden über 1.000 Betriebe betreffen und die Unterstützung für Programme zur ländlichen Entwicklung verringern. Unterdessen setzen sich die Minister weiterhin für Lösungen bei den Düngemittelregelungen ein, um weitere Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.






