Friedrich Merz: Pressestimmen zu Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz - Merz fordert Europas Abkehr von den USA – und löst Debatte aus
Friedrich Merz hat auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz die USA scharf kritisiert. In seiner Rede forderte er Europa auf, sich von der amerikanischen Einflussnahme zu lösen und eigene Stärke aufzubauen. Seine Ansprache setzte einen konfrontativen Ton für die Debatten über die transatlantischen Beziehungen am Wochenende.
Vor versammelten westlichen Sicherheitsexperten erklärte Merz, Europa müsse zu einer globalen politischen Macht werden. Er plädierte dafür, dass der Kontinent eine realpolitische Haltung einnehmen und seine Abhängigkeit von den USA verringern solle. Seine Vision, die er als 'prinzipiellen Realismus' bezeichnete, verlangte eine rasche wirtschaftliche und militärische Aufrüstung, um europäische Werte zu schützen.
Mit seiner Kritik an Washington hielt Merz nicht hinter dem Berg. Er warf den USA vor, gemeinsame transatlantische Prinzipien aufgegeben zu haben, und verwies dabei auf die Politik unter der Regierung Trump – etwa bei Zöllen, Klimaschutz und kulturellen Konflikten. Gleichzeitig kritisierte er Europa dafür, keine wirtschaftliche Eigenständigkeit erreicht zu haben.
Obwohl Merz den Zusammenbruch der alten internationalen Ordnung anerkannte, bot er unter Bedingungen eine Wiederannäherung an Washington an. Er betonte, Europa müsse nun seine Rolle in einer Welt neu definieren, in der alte Regeln nicht mehr gelten. Seine Äußerungen spiegelten eine verbreitete Stimmung unter den Teilnehmern wider: eine Mischung aus Resignation und Trotz angesichts verschiebender globaler Machtverhältnisse.
In den Wochen nach der Konferenz gab es in den verfügbaren Quellen keine öffentlichen Reaktionen der USA auf Merz' Kritik. Die einzige dokumentierte Begegnung war ein nicht-öffentliches Treffen mit dem US-Außenminister Marco Rubio, bei dem es Berichten zufolge um die Ukraine, den Nahen Osten und China ging. Details wurden nicht bekannt.
Merz stellte Europas Herausforderung als dringlich dar: Entweder selbstbewusst auftreten oder an Einfluss verlieren. Der Appell zur Eigenständigkeit kam zu einem Zeitpunkt, an dem die transatlantischen Beziehungen tief verunsichert sind. Ob seine Forderungen zu politischen Kurswechseln führen, bleibt abzuwarten.