04 March 2026, 07:54

Messerangriff auf Zeugen Jehovas am Würzburger Hauptbahnhof eskaliert

Eine Gruppe deutscher Gefangener aus Messines steht vor einem Gebäude unter einem klaren blauen Himmel, mit Text am unteren Bildrand.

Keine Anzeichen von Psychose nach Messerattacke in Würzburg - Messerangriff auf Zeugen Jehovas am Würzburger Hauptbahnhof eskaliert

Messattacke am Würzburger Hauptbahnhof: Drei Männer verletzt

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Bei einem Messerangriff am Würzburger Hauptbahnhof sind am Montag drei Männer verletzt worden. Die Opfer, allesamt Mitglieder der Zeugen Jehovas, wurden an einem Informationsstand im belebten Bahn-knotenpunkt angegriffen. Die Polizei nahm den Verdächtigen, einen afghanischen Staatsbürger, fest, nachdem Umstehende – darunter ein außer Dienst befindlicher Beamter – ihn überwältigt hatten.

Der Vorfall ereignete sich kurz vor Mittag, als der 26-jährige Angreifer den Stand der Zeugen Jehovas aufsuchte. Er griff drei Männer mit einem Messer an und verursachte leichte Verletzungen, jedoch keine Stich- oder Schnittwunden. Augenzeugen schritten schnell ein, hielten den Täter fest, bis die Polizei eintraf. Die Behörden erhoben später Anklage wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung.

Der Verdächtige, der seit 2023 in Deutschland lebt, besitzt eine Duldung – eine vorübergehende Aussetzung der Abschiebung. Die Ermittler fanden keine Anzeichen für Drogen-einfluss oder psychotisches Verhalten während der Tat. Trotz Vernehmungen weigert sich der Mann, seine Motive zu erklären, sodass das Tatmotiv weiterhin unklar bleibt.

Der Würzburger Hauptbahnhof gilt seit Langem als Brennpunkt für Kriminalität; seit 2021 ist dort eine dauerhafte Videoüberwachung installiert. Zwar hat der Verdächtige keine Vorstrafen, doch wird gegen ihn wegen Sachbeschädigung ermittelt. Die Polizei hat noch nicht bestätigt, ob der Angriff gezielt gegen Zeugen Jehovas gerichtet war.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Gewalttaten gegen die Glaubensgemeinschaft in Deutschland ein. In den vergangenen fünf Jahren wurden bei Angriffen auf ihre Mitglieder oder Einrichtungen mindestens zwölf Menschen verletzt und zwei getötet. Im März 2023 erschoss ein Attentäter in Hamburg sieben Personen bei einem Treffen der Zeugen Jehovas, bevor er sich selbst das Leben nahm. Ein Jahr später forderte ein Brandanschlag in Berlin ein Todesopfer und verletzte fünf weitere Menschen.

Der Verdächtige bleibt bis auf Weiteres in Untersuchungshaft, während die Ermittlungen andauern. Die Behörden prüfen mögliche Verbindungen zwischen diesem Angriff und früheren Gewalttaten gegen Zeugen Jehovas. Die Opfer wurden medizinisch versorgt und konnten die Klinik inzwischen wieder verlassen.